Boxen : Der tragbare Mini-Laser

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Einen wahren Siegeszug hat der Laser hinter sich: CDSpieler, Scanner oder Mobiltelefon sind ohne den intensiven Lichtstrahl nicht zu gebrauchen. Auch aus der Wissenschaft ist er nicht mehr zu wegzudenken. Man kann Tumore mit ihm vernichten oder zentimetergenau den Abstand zwischen Erde und Mond bestimmen. Das hat Volker Raab schon immer fasziniert. Der wissenschaftliche Mitarbeiter in der Physik an der Universität Potsdam interessierte sich so sehr für das starke Licht, das er in theoretischer Physik promovierte, anschließend aber zur Laserphysik wechselte. Besonders „attraktiv“ findet er das Halbleitersystem – ein Laser, der klein und vergleichsweise billig ist, aber nur wenig Lichtleistung hat. Das wollte der 35-Jährige verbessern.

Das Bundesforschungsministerium unterstützte ihn drei Jahre lang finanziell. Das Geld war gut investiert: Nun existiert ein Halbleitersystem, das in einem kleinen Gehäuse – kleiner als eine Taschenlampe – Platz findet, mit einem Laser, der in eine Streichholzschachtel passt und eben einer deutlich verbesserten Lichtleistung. „Wie das Gerät letztlich genutzt wird, ist für mich zweitrangig“, sagt Raab. „Das ist nicht mehr unsere Kompetenz, sondern die der Industrievertreter.“ Er erfindet nicht mit einem Ziel vor Augen, sondern entwickelt weiter. Für das Resultat interessiert sich dann die Industrie – zum Beispiel für das verbesserte Halbleitersystem. „Der Laser ist nun portabel und effizient und daher tauglich für den Massenmarkt“, erklärt der Tüftler. Zum Beispiel in der Diabetes-Diagnostik. Bis jetzt pieksen sich Diabetiker in den Finger, um ihren Blutzucker zu messen. „Wenn es uns gelingt, den Blutzucker auch optisch zu messen, dann würde sich ein großer Markt für das Gerät öffnen“, schaut der Entwickler in die Zukunft. „Schließlich kann man es ganz komfortabel in der Hosentasche mit sich herumtragen.“ Dann müsste der Diabetiker nur noch den Laser auf die Haut strahlen, und der Blutzuckerlevel wäre entlarvt. Und da „die Laserphysik eine boomende Technologie ist“, wie Raab weiß, wird er weiter forschen. Ideen für die Zukunft hat er genug. Ein System für den Zahnarzt hat er entwickelt, welches das gebohrte Loch vermisst und eine Fräsmaschine dirigiert, das Inlay sofort zuzuschneiden. Das wäre ein neues Patent. wih

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