Boxen : Eintrittsgeld für Parks frühestens 2006

2,3 Millionen Besucher kamen in die Preußischen Schlösser und Gärten

Claus-Dieter Steyer

Berlin/Potsdam - Die preußischen Schlösser und Gärten verzeichnen weiterhin ungebrochenen Besucherzuspruch. Im Vorjahr besuchten rund 2,3 Millionen Gäste die 34 Einrichtungen der Schlösserstiftung in Berlin und Brandenburg. Das waren rund 2,2 Prozent mehr als 2003. Den größten Zuwachs hatten dabei die elf Berliner Häuser in Charlottenburg, Glienicke und Grunewald mit einer Steigerung um 7,5 Prozent. Potsdam musste einen Rückgang um 1,6 Prozent hinnehmen, wie der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh, gestern sagte. „Das lag fast ausschließlich am komplett geschlossenen Schloss Babelsberg“, sagte Dorgerloh. „Die Bauarbeiten ziehen sich hier leider noch bis 2006 hin.“

Dafür konnten die Schlösser in Rheinsberg, Caputh, Königs Wusterhausen, Paretz und Oranienburg erstmals seit 2001 wieder mehr Gäste begrüßen. Zahlreiche Ausstellungen, Feste und Sonderführungen rückten sie stärker ins Blickfeld.

In diesem Jahr seien keine spektakulären Neueröffnungen zu erwarten, sagte Dorgerloh. Das meiste Geld der Stiftung wird in die Erhaltung des Schlosses Charlottenburg und des Neuen Palais im Park Sanssouci gesteckt. Allein beim Neuen Palais wird der Sanierungsbedarf auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. „Das ist ein Dauerpatient“, sagte der Generaldirektor. „Wenn die Bauleute beispielsweise mit der Reparatur und dem Streichen der Fenster einmal ringsherum fertig sind, können sie wieder von vorne anfangen.“

Im Mittelpunkt der Stiftungsaktivitäten in diesem Jahr stehen Schloss und Park Charlottenburg. Ein großes Fest soll Anfang Juli an die Umbenennung des Schlosses Lietzenburg in „Charlottenburg“ vor 300 Jahren erinnern.

Seit der Gründung der Stiftung vor zehn Jahren haben Berlin, Brandenburg und der Bund rund 127 Millionen Euro in die Pflege des preußischen Erbes gesteckt. 20 Millionen Besucher dankten es.

Eintrittsgeld für die Gärten von Charlottenburg und Sanssouci brauchen sie in diesem Jahr mit Sicherheit noch nicht zahlen. Selbst wenn der Stiftungsrat am 17. Februar die Erhebung von Gebühren beschließen sollte, wird die Regelung erst ab 1. Januar 2006 gültig. Dorgerloh befürwortet einen „angemessenen Preis“. „Wer die Parks intensiv nutzt, sollte sich auch an seiner Pflege beteiligen“, sagte er.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben