Boxen : Galopprennbahn Hoppegarten: Widerstand gegen Privatisierungs-Pläne formiert sich

ste/iwo

In vier Wochen wird sich das Schicksal der Galopprennbahn Hoppegarten entscheiden. Dann soll ein Kaufvertrag zwischen der Entwicklungsgesellschaft "Horsepark" und der Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH (BVVG) als Eigentümerin des Geländes unterschrieben sein. Doch gegen die Privatisierung hat sich in den betroffenen Gemeiden Neuenhagen und Dahlwitz-Hoppegarten der Widerstand formiert. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne einer Investorengruppe, die aus den Flächen um die mehr als 100 Jahre alte Rennbahn einen Themenpark machen will. Die Initiative hat nach eigenen Angaben bereits etwa 900 Unterschriften gesammelt.

Rund 160 Millionen Mark sollen in den Park investiert werden. "Wir wollen Pferden aller Rassen eine Heimat bieten, es wird Platz für Tagungen geben, und wir wollen eine Pferdeklinik, ein Hotel, ein Kino sowie eine Ruhmeshalle für Pferde bauen", sagte Projektentwickler Dirk Nishen. Das Angebot soll jährlich eine Million Besucher anlocken. Die Anwohner dagegen bezweifeln die wirtschaftliche Tragfähigkeit und befürchten Belastungen durch Besucher. Ein Großprojekt von 650 Hektar Fläche verprelle andere Interessenten am Galoppsport, erklärte Regionalplaner Serij Goryanoff und Gegner des Vorhabens: "Wir brauchen eine Entwicklung von unten, statt einer Rieseninvestition, die sich nicht trägt."

Bei der BVVG glaubt man nach elf Jahren hartem Ringen um die Privatisierung, den richtigen Investor gefunden zu haben. "Eine Alternative gibt es nicht", sagte der Vorsitzende der BVVG-Geschäftsführung Wolfgang Horstmann. "Der Unterhalt der Rennbahn kostet jährlich eine Million Mark." Jetzt werde der Geldhahn zugedreht, denn seit 1990 wurden rund 20 Millionen Mark investiert. Doch die Anwohner bleiben skeptisch. Von einer "beabsichtigten Pleite des späteren Parks" ist die Rede, um so eine konkurrierende Rennbahn im Osten auszuschalten. Andere vermuten, die Projektgesellschaft werbe zwar mit einem Pferdepark und 300 Arbeitsplätzen, aber niemand garantiere, ob später nicht doch eine Wohnsiedlung oder ein Einkaufszentrum gebaut wird.

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