Boxen : Mutmaßlicher Amokläufer bleibt dem Unterricht fern

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Im Fall des 17-jährigen Schülers, der in Verdacht steht, einen Amoklauf an seiner Schule geplant zu haben, hat sich nun das Jugendamt eingeschaltet. „Zwei Sozialarbeiter haben am Montag die Eltern besucht und ihnen ein Beratungsgespräch angeboten“, sagte Dietmar Schmidt, Jugendamtsleiter in Mitte.

Wie berichtet, war Karl M. (Name geändert) am Donnerstag festgenommen worden, weil er im Internet einen Amoklauf an der Bertha-von-Suttner-Schule in Reinickendorf angekündigt haben soll. Bei der Wohnungsdurchsuchung in Wedding fanden Beamte mehrere Softair-Waffen, die Plastikmunition mit Luftdruck verschießen sowie eine Liste mit Namen einiger Mitschüler. Auf dieser „Todesliste“ soll der Schüler aufgeschrieben haben, wen er umbringen will. Am Freitagabend kam Karl M. frei. Ausreichende Gründe für eine Haft oder die Unterbringung in einer Psychiatrie lägen nicht vor, sagte ein Justizsprecher. Die Polizei ermittelt wegen „Verstoßes gegen das Waffengesetz“. So soll er sich strafbar gemacht haben, weil mindestens eine der Softair-Waffen nicht mehr als „Spielzeug“ gilt, sondern Munition mit so viel Druck verschießt, dass sie unter das Waffengesetz fällt.

Wie die Schulverwaltung mitteilte, arbeiteten Lehrer und Schüler gestern – unterstützt von der Schulpsychologin – die Eindrücke der letzten Tage auf. Karl M. wird diese Woche dem Unterricht noch fernbleiben. In dieser Zeit klärt eine Expertenrunde, wie man an der Schule weiter mit ihm verfahren will. tabu

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