Boxen : Nach Hetze gegen Asamoah: Rechte erneut vor Gericht

Neuruppin - Unter starkem Polizeischutz begann am Freitag vor dem Landgericht Neuruppin der Berufungsprozess wegen Volksverhetzung und rassistischer Beleidigung des dunkelhäutigen Bundesliga-Stars Gerald Asamoah vom Verein Schalke 04.

Angeklagt sind drei Männer im Alter von 42, 28 und 25 Jahren aus der Prignitz. Sie sollen im Vorfeld der Fußball-WM 2006 in der Druckerei des ehemaligen Chefs der Brandenburger NPD, dem 42- jährigen Mario S., in Wittenberg Flugblätter, Aufkleber und Plakate mit volksverhetzendem Inhalt gefertigt und diese dann bundesweit verteilt haben. Auf den Pamphleten war der Satz zu lesen: „Nein, Gerald, Du bist nicht Deutschland!“ Damit forderten sie den Ausschluss des aus Ghana stammenden deutschen Fußballspielers aus der Nationalmannschaft.

Bereits im Dezember 2006 mussten sich die bekennenden Neonazis vor dem Amtsgericht Perleberg verantworten. Die Richter verhängten Bewährungsstrafen von einem Jahr und zwei Monaten sowie einem Jahr. Der dritte Beschuldigte war freigesprochen worden. Begründung: Die Männer haben durch ihre Flugblattaktion gegen alle Deutschen mit ausländischen Wurzeln böswillig und in einer menschenverachtenden Art und Weise gehetzt. Die Verurteilten legten Berufung ein.

Im Vorfeld des gestrigen Prozesses kam es zu Protestaktionen von rund 20 Neonazis sowie Gegendemonstranten. Ihr Motto: „Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!“. Bei den Protesten kam es nicht zu Ausschreitungen, was auch auf den Einsatz von 130 Polizisten zurückzuführen war.

Am 19. März soll das Urteil in dem Berufungsverfahren verkündet werden. rus

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