Boxen : Prozessbeginn: Der Trick mit dem Darlehen

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Berlin In einem Großverfahren um betrügerische Grundstücksgeschäfte und gefälschte TÜV-Bescheinigungen müssen sich seit Dienstag 14 Männer und eine Frau vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Tatvorwurf reicht von Urkundenfälschung über besonders schweren Betrug bis zu Meineid. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Gesamtschaden mit 2,8 Millionen Euro.

Die Anklage ist in zwei Komplexe eingeteilt. Die Angeklagten sollen seit 1996 unerfahrene Grundstückseigentümer in Berlin und Brandenburg gesucht haben, um die Rechte an ihren Grundstücken zu erwerben. Sie lockten die Eigentümer mit hohen Darlehen zur Begleichung der Grundschuld und forderten nach Zahlung einer viel geringeren Summe die Eintragung ins Grundbuch. Später sollen sie mit gefälschten Quittungen die Auszahlung der vollen Darlehenssumme vorgetäuscht und damit die Zwangsvollstreckung betrieben haben. Auch Notare und Gerichte wurden so hinters Licht geführt.

Im zweiten Komplex geht es um die Herstellung gefälschter TÜV- und ASU-Bescheinigungen. Damit sollen Autokäufer über die ordnungsgemäße Durchführung einer Fahrzeuguntersuchung getäuscht worden sein. Die Plaketten waren samt Kennzeichen zuvor von anderen Fahrzeugen abmontiert worden.

Vermeintlicher Drahtzieher ist ein 43-Jähriger, der wegen Betruges und Urkundenfälschung vorbestraft ist. Ihm werden 165 Taten zur Last gelegt. Mit ihm müssen sich auch sein Bruder und seine 77-jährige Mutter verantworten. ddp

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