Seelow : Gedenkstätte ruft zu Kampf gegen Rechtsextremismus auf

Anlässlich eines Neonazi-Aufmarsches am Vorabend des Volkstrauertags ruft die Leitung der Gedenkstätte Seelower Höhen Politiker, Historiker und Pädagogen zu einem verstärkten Kampf gegen den Rechtsextremismus auf.

Seelow - "Lassen Sie uns unsere gemeinsamen Anstrengungen in der politischen Bildung bündeln", heißt es in einem Aufruf von Gedenkstättenleiter Gerd-Ulrich Herrmann. Rechtsextreme würden in verstärktem Maße militärische Ereignisse und das Schicksal deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg dazu nutzen, ihr Gedankengut zu verbreiten, schreibt Herrmann.

Sie fänden vor allem dort einen Nährboden, wo "ein Vakuum an historischem Wissen existiert". Solche Geschichtsfälschungen dürften nicht geduldet werden. Nur eine gezielte Jugendarbeit und die politische Aufklärung könnten dem dauerhaft entgegenwirken. Dies dulde keinen Aufschub.

Vor den Seelower Höhen tobte im April 1945 zwischen Roter Armee und Wehrmacht die letzte große Feldschlacht des Zweiten Weltkriegs. Dabei kamen nach Expertenschätzungen rund 100.000 Soldaten und Zivilisten ums Leben. Heute gibt es in Märkisch-Oderland laut Herrmann 169 Kriegsgräberstätten, in denen die Gebeine von 26.700 Soldaten aus zahlreichen Ländern ruhen. (tso/ddp)

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