Werneuchen : Totes Baby: Mutter weiter in Lebensgefahr

Der am Donnerstag auf einem Feld in Weesow bei Werneuchen gefundene tote Säugling ist offenbar voll ausgereift und lebend zur Welt gekommen.

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Werneuchen - Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Michael Neff. Nach der Obduktion gehen die Ermittler auch davon aus, dass das Kind von der 22-Jährigen geboren wurde, die – wie berichtet – ebenfalls auf dem Feld entdeckt worden war.

Die junge Frau, die stark unterkühlt und durch Blutungen geschwächt war, schwebt in einem Berliner Krankenhaus weiter in Lebensgefahr und konnte noch nicht vernommen werden. Befragungen im Umfeld ergaben, dass die 22-Jährige zwar einer Freundin anvertraut hatte, dass sie schwanger war, nicht aber ihren Eltern, die in Werneuchen leben.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die junge Frau am Mittwoch ihre Eltern besuchte und dann zu einem Bekannten ging. Ohne dass der etwas bemerkte, habe sie am Morgen in seinem Flur das Kind zur Welt gebracht, sagte Neff.

Warum sie es nach der Geburt in eine Sporttasche legte und mit ihm auf das Feld lief, ist unklar. Psychologen und Mediziner kennen allerdings das Phänomen, dass Frauen durch den Blutverlust und die extreme Belastung während der Geburt zu irrationalen Handlungen neigen.

Die Todesursache des Säuglings sei noch unklar, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Man gehe aber nicht davon aus, dass er erfroren sei: „Wir müssen noch die Ergebnisse der DNA-Untersuchung nächste Woche abwarten.“

Hinweise darauf, dass ein Dritter an dem Geschehen beteiligt gewesen sein könnte, gebe es nicht, gegen die 22-Jährige werde weiter wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt. Sandra Dassler

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