Boxen : Wurden die Havelländer nicht gewarnt?

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Im Havelland stehen Tausende Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, Vorgärten und Keller unter Wasser. Es stammt aus der Elbe und wurde durch die Öffnung eines Wehres bei Quitzöbel in die Havel geleitet. Dadurch sank der Pegel bei Wittenberge. In der Nacht zum Freitag sollte das Wehr wieder geschlossen werden. Über die Auswirkungen für das Havelland sprach Claus-Dieter Steyer mit Burkhard Schröder, Landrat des betroffenen Kreises.

Viele Havelländer reagierten auf die Flutung überrascht. Waren sie nicht gewarnt?

Das kann eigentlich nicht sein. Wir haben bereits am Donnerstag vergangener Woche und dann täglich über die Medien informiert, dass auch das Havelland vom Elbe-Hochwasser beeinträchtigt sein wird. Die zuständigen Amtsdirektoren wurden am Freitag in Kenntnis gesetzt. In den besonders betroffenen Bereichen Rhinow und Rathenow und bis Ketzin verteilten wir sogar Handzettel. Die Nachricht von der Sprengung der Deiche erreichte aber auch mich erst vier Stunden vor der ersten Detonation.

Wie ist die Lage der Landwirte?

Die in den überfluteten Poldern wirtschaftenden Bauern werden den Großteil ihrer Ernte verlieren. Ohnehin ist die Situation in diesem Jahr angesichts der Witterung sehr angespannt. Das Hochwasser verschlimmert den Zustand für Einzelne erheblich.

Welche Hilfen wird es geben?

Wir wollen das Maximum an Hilfe herausholen. Schon an diesem Freitag gibt es die ersten Gespräche mit dem Ministerium. Durch das Land sind Unterstützungen aus EU-Töpfen vorgesehen. Landwirtschaftsminister Birthler steht im Wort, dass kein Landwirt aufgrund des Hochwassers seine Existenz verliert. Daran werden wir die Hilfe messen.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit dem Katastrophenstab des Innenministeriums?

Bis auf einige kleinere Kommunikationsprobleme in der Anfangsphase gab es bislang keine Probleme. Die Belastungen sind auf allen Seiten aber hoch. Nach dem Hochwasser werden wir sicher über die eine und andere Schwachstelle reden.

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