Der Tagesspiegel : UNTERM  ADLER  

Thorsten Metzner über einen fitten Politiker und ein lehrreiches Kartenspiel

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Foto: Thomas

Was wäre ein Land ohne Gesundheitsvorsorge, Politik und Unternehmertum. In einer Person vereinigt das neuerdings der CDU-Landtagsabgeordnete Dierk Homeyer. Der 53-jährige Berufspolitiker ist nämlich auch noch Geschäftsführer eines neuen Fitness-Studios in Strausberg geworden, das er gemeinsam mit einem Sportmediziner und weiteren Gleichgetrimmten gegründet hat. Auf der Homepage der Firma verrät Homeyer die Vorgeschichte seiner Läuterung: „Mein persönlicher Weg? Vom kettenrauchenden termingestressten Politiker zum ersten Hawaii-Marathon! Wie das kam? Genau am 07. September 2000 meine totale Umkehr: Nie wieder rauchen! Keine Beta-Blocker! Schluss mit der Sklaverei! Leidenschaftliches Laufen in ein neues Leben, und zwar täglich.“ Seitdem verzeichne er eine erhebliche Zunahme an Wohlbefinden, optimistischer Lebenseinstellung und Energie. Man könnte richtig neidisch werden.

Brandenburger Schüler wissen, was auch eine Studie der Freien Universität Berlin zutage brachte, ziemlich wenig über die vor fast 20 Jahren untergegangene DDR. Und was sie zu wissen meinen, ist oft verklärend. Auf ungewöhnliche Weise soll dem nun abgeholfen werden. Nämlich „auf spielerische Art“, wie die PotsdamerAbgeordnete und Vizechefin der CDU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, jetzt sagte. Sie half bei der Entwicklung eines aktuellen Kartenspiels der Allendorf Media AG zur DDR-Geschichte mit, das vor kurzem vorgestellt wurde. In dem Spiel geht es um Politik, aber auch um den Alltag im Honecker-Staat. So wird etwa nach dem Namen der einstigen Einheitspartei gefragt (Auswahl: Linke, KPD, SED, LDPD), aber auch nach dem „Tal der Ahnungslosen“, das bekanntlich weder ein „Buchtitel“, noch ein „Filmklassiker“, sondern der „Raum um Dresden“ war. Denn dort konnte kein West-Fernsehen empfangen werden. Wie lange man auf eine Trabi warten musste? Natürlich nicht nur sechs Monate oder ein Jahr, aber auch nicht 10 Jahre, „sondern im Durchschnitt 13 Jahre“. Das dürften zwei Jahrzehnte später selbst viele Erwachsene nicht mehr so genau wissen. Mit der Resonanz ist Reiche hochzufrieden. „Es trifft einen Nerv. Es gab schon viele Anfragen.“

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