Der Tagesspiegel : Verhandlung gegen DDR-Grenzer: Wegen Totschlags vor Gericht

Wegen der Tötung eines Flüchtlings müssen sich seit Donnerstag zwei ehemalige DDR-Grenzer vor dem Potsdamer Landgericht verantworten. Ein 46-jähriger Mann ist wegen Totschlags, sein damaliger Vorgesetzter wegen Anstiftung dazu angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Jüngere auf Befehl seines Kompaniechefs am 27. Juni 1975 im Grenzgebiet Mahlow vier Mal gezielt auf einen Flüchtling geschossen. Das Opfer starb noch vor Ort. Zum Prozessauftakt bestritten beide Angeklagten die Vorwürfe. Der 46-jährige damalige Offiziersschüler gab an, mit dem Knie in einer Bodentiefung "umgeknickt" zu sein, wobei sich "unbeabsichtigt" ein Schuss löste. Dies habe einen anderen Soldaten offenbar veranlasst, seinerseits zu schießen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

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