Der Tagesspiegel : Viermal am Tag wird Metall gestohlen 2006 gab es 1400 Fälle

Tendenz weiter steigend

Henri Kramer

Potsdam - Die Zahl der Metalldiebstähle in Potsdam ist in diesem Jahr stark gestiegen. Mitte August gab es bereits 67 Straftaten, bei denen beispielsweise Kupferkabel oder -rohre gestohlen wurden, sagte Polizeisprecherin Doreen Matthes. Die Schadenshöhe liege bei rund 100 000 Euro – fast doppelt so viel wie 2006. Im gesamten vergangenen Jahr habe es 37 Fälle mit einem Schaden von 54 000 Euro gegeben, 2005 nur zwölf Fälle. „Betroffen sind vor allem ungesicherte Baustellen, aber auch stillgelegte Werksgelände sowie frei zugängliche Lagerplätze“, sagte Matthes. Begehrteste Materialien seien neben Kupfer Aluminium und Zink.

Auch im gesamten Land Brandenburg zeichnet sich ein neuer Rekord an Metalldiebstählen ab. „Der Trend nimmt landesweit weiter zu, allerdings nicht in einer solchen Rasanz wie in vergangenen Jahren“, sagte Toralf Reinhardt, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA). Genaue Zahlen für das erste Halbjahr gebe es allerdings noch nicht. 2006 entstanden durch Metalldiebstähle in Brandenburg Schäden in Höhe von 3,1 Millionen Euro bei knapp 1400 Delikten – das waren durchschnittlich vier Fälle pro Tag. 2005 lag der Schaden nach knapp 800 Delikten bei 2,7 Millionen Euro. Seit 1999 hat sich damit die Zahl solcher Diebstähle in Brandenburg verdreifacht. „Potsdam ist aber noch keine Schwerpunktregion“, sagte Reinhardt. Besonders betroffen sei das Havelland und der Osten von Brandenburg.

Die Aufklärungsquote bei den Diebstählen liegt laut LKA und Potsdamer Polizei bei 30 Prozent. Etwa 70 Prozent der Verdächtigen seien Deutsche. Für Potsdam sagte Polizeisprecherin Matthes, die meisten der gefassten Verdächtigen seien zwischen 18 und 25 Jahre alt.

Die Weltmarktpreise für Metalle sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Für Kupfer zum Beispiel liegt er bei rund 5300 Euro je Tonne, 2005 waren es noch rund 3500 Euro.Henri Kramer

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