Der Tagesspiegel : Waldbrandgefahr nimmt zu: Förster hoffen auf Regen

CLAUS-DIETER STEYER

Bis auf den Norden in allen Regionen Warnstufe 4 / Bereits 150 Hektar vernichtetVON CLAUS-DIETER STEYERKÖNIGS WUSTERHAUSEN.In Brandenburgs Wäldern ist derzeit mit Ausnahme der Forste im Norden des Landes die höchste Waldbrandgefahrenstufe erreicht.Die Förster warnen dringend davor, offenes Feuer zu entzünden, - und hoffen auf einen "langanhaltenden Landregen" in den nächsten Tagen.Im laufenden Jahr fielen bereits 150 Hektar Wald den Flammen zum Opfer. Die Waldarbeiter riechen die Gefahr: Weite Flächen sind derzeit so trocken, daß ein kleiner Funke einen Großbrand auslösen könnte.Bis auf den Nordwesten Brandenburgs gilt überall die höchste Waldbrandwarnstufe 4."Entscheidend dafür ist die Zündungsfähigkeit des Waldes", sagt Referatsleiter Michael Müller vom Landwirtschaftsministerium.Diese werde aus der Luftfeuchtigkeit und den Wachstumsverhältnissen bestimmt.Da es schon mehrere Wochen nicht mehr kräftig geregnet habe, seien jetzt die Gräser völlig ausgetrocknet.Da helfe wahrscheinlich nur ein kräftiger und langandauernder Landregen zur Bannung der Gefahr. In diesem Jahr zählte das Landesforstamt 300 Brände, denen 150 Hektar Wald zum Opfer fielen.Bei zwei Bränden bei Rathenow und Luckenwalde wurden jeweils mehr als zehn Hektar Fläche vernichtet."Damit liegen wir unter dem Durchschnitt der Vorjahre", sagt Axel Becker, Dezernent für Waldwirtschaft im Landesforstamt."Hier zahlt sich unser verbessertes Waldbrandmeldesystem und sicher auch das Umbauprogramm unserer Wälder aus." Schritt für Schritt würde die Kiefern-Monostruktur beseitigt und durch Mischbestände aus Laub- und Nadelbäumen ersetzt, diese hätten eine viel größere Widerstandsfähigkeit. Schon ab der Warnstufe 1 beobachten Forstarbeiter von 130 Wachtürmen den größten Teil der insgesamt 1,1 Millionen Hektar großen Brandenburger Waldfläche.Damit gehört Brandenburg immerhin zu den waldreichsten Bundesländern.Die gesundesten Bestände befinden sich in der Uckermark und in der Ostprignitz.Von ihren Türmen können die Fachleute der 18 Forstämter jede Rauchsäule genau fixieren, um sofort die Feuerwehr zu verständigen. Im Jahresverlauf bangen die Forstleute in zwei Perioden um die Sicherheit ihrer Wälder: Im Zeitraum April/Mai, wenn die Bäume noch keine ausreichenden Triebe zeigen und während der "Hundstage" im Juli/August.Dank des Regens hat es im Frühjahr keine größeren Probleme gegeben. An manchen Waldwegen im Land - vor allem rund um Mittenwalde - stehen allerdings Zusatzschilder, daß Zugänge bei höchster Waldbrandgefahr nicht mehr begeh- oder befahrbar sind.Die Förster appellieren an die Vernunft der Waldbenutzer: Fast alle Brände wurden in der Vergangenheit durch Menschenhand ausgelöst.Vor allem durch weggeworfene Zigarettenkippen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben