Generation Solidarität : Bürger an den Schalter

Gegen steigende Strompreise hat sich in Berlin ein Bündnis gebildet, das das Stromnetz selbst betreiben will. In unserer Video-Reihe "Generation Solidarität" stellen wir in dieser Woche das Projekt "Bürger Energie Berlin" vor.

von
Hier geht's lang. Bürger weisen Bürgern den Weg. Foto: Arte
Hier geht's lang. Bürger weisen Bürgern den Weg.Foto: Arte

Die Strompreise sind zu hoch, sagen sie. Doch anstatt nur zu jammern, wollen sie die Gestaltung der Preise in die Hand nehmen – und das Stromnetz selbst betreiben. Mehr als eine Million Euro hat die Genossenschaft „Bürger Energie Berlin“ dafür schon gesammelt und es sollen noch viel mehr werden.

Die Idee ist, dass das Stromnetz den Berliner Bürger gehören soll. Und dass das Stromnetze eine sichere Geldanlage sein könnte, sagt Peter Masloch, Vorstandsmitglied der Genossenschaft Bürger Energie Berlin. Der frühere Offizier und Diplom-Fluglotse setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den Umstieg auf erneuerbare Energien und die Beteiligung aller Bürger an einer nachhaltigen Entwicklung ein.

Peter Masloch und seine Mitstreiter haben im Dezember 2011 die Genossenschaft gegründet. Ausgangspunkt ist, dass der Konzessionsvertrag des derzeitigen Betreibers Vattenfall im Dezember 2014 ausläuft. "Alle Bürger, denen es finanziell möglich ist, laden wir dazu ein, Mitstreiter zu werden", sagt Masloch. In den vergangenen Monaten kam jedoch weniger Geld zusammen, als ursprünglich erhofft.

Zudem hat der Energieriese Vattenfall bereits angemeldet, das Netz weiter betreiben zu wollen, das 2,3 Millionen Kunden an 35 508 Kilometer Stromleitungen anbindet. Auch die Regierungsfraktionen von CDU und SPD melden Zweifel an der Umsetzbarkeit an.

Ein Filmteam von Arte hat Bürger Energie Berlin besucht:

In unserer Reihe "Generation Solidarität" stellen wir in Kooperation mit Arte jede Woche ein Projekt vor. Mal geht es darum, wie man Wohnungsräumungen von Kreditopfern verhindern kann, mal werden Dörfer für Obdachlose gebaut, Gemeinschaftsgärten bepflanzt oder mit Kunst gegen das herrschende System aus Ratingagenturen, Finanzmanagern und Bankenmacht protestieret.

Jede Woche wählt das Internetteam von Arte mehrere Projekte, Beiträge oder Kommentare aus und stellt sie in einem Video zusammen, das dann im Arte Journal (um 19.10 Uhr auf Deutsch ; um 19.45 Uhr auf Französisch) gesendet wird. Die Videos können Sie exklusiv auch bei Tagesspiegel Online sehen.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar