Nigeria : Entführte deutsche Archäologen sind frei

Das Auswärtige Amt bestätigt die Freilassung. Den beiden Archäologen gehe es "den Umständen entsprechend gut".

Ein Sicherheitsbeamter bewacht am Tatort der Entführung zweier deutscher Archäologen bei Janjala, Nigeria.
Ein Sicherheitsbeamter bewacht am Tatort der Entführung zweier deutscher Archäologen bei Janjala, Nigeria.Foto: Lekan Oyekanmi/AP/dpa

Nach mehreren Tagen in der Gewalt von Entführern sind zwei deutsche Archäologen in Nigeria wieder in Freiheit. Die beiden Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität befänden sich in der Obhut der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Abuja, hieß es am Sonntag im Auswärtigen Amt. Ihnen gehe es "den Umständen entsprechend gut". Zu den Details der Freilassung wollte sich das Amt nicht äußern.

Von Seiten der nigerianischen Polizei hieß es, die Entführer hätten die beiden Wissenschaftler freigelassen, ohne dass es eines Befreiungseinsatzes der Sicherheitsbehörden bedurft hätte. "Die Kidnapper haben sie laufen lassen, weil wir Druck ausgeübt haben", sagte der Sprecher der Polizei des Bundesstaats Kaduna, Usman Aliyu. Die Polizei sei den Entführern auf der Spur. Seines Wissens nach sei kein Lösegeld gezahlt worden, fügte Aliyu hinzu.

Die beiden Archäologen waren am vergangenen Mittwoch im Dorf Jenjela im Bundesstaat Kaduna von bewaffneten Männern verschleppt worden. Nach Angaben der nigerianischen Polizei waren zwei Dorfbewohner, die den Deutschen helfen wollten, von den Angreifern getötet worden. Nach nigerianischen Behördenangaben arbeiteten die beiden Archäologen schon seit zehn Jahren an einer Ausgrabungsstätte in Kaduna. In Zusammenarbeit mit dem nigerianischen Zentrum für Denkmalschutz forschten sie demnach zur Nok-Kultur.

In der Region kommt es häufig zu Entführungen. Dort schwelt seit Jahren ein Konflikt zwischen Hirten der muslimischen Fulani-Volksgruppe und sesshaften, überwiegend christlichen Bauern, die sich um das Weideland für ihre Herden streiten. Zuletzt hatte die Gewalt stark zugenommen, allein seit Dezember gab es mindestens 200 Tote. (AFP)

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