Welt : Ruhm und Ehe: Das große Gähnen

Friedemann Diederichs

Als er die blasse und stets ausgehungert wirkende Rothaarige vor elf Jahren das erste Mal bei Dreharbeiten getroffen habe, sei seine erste Reaktion "pure Lust" gewesen. Wenige Tage später tauchte dann Tom Cruise, damals in der Hauptrolle des Rennfahrer-Epos "Tage des Donners", mit einem kleinen Geschenk für seine neue Flamme auf: Ein mit Marmor gefliester Wohnwagen, eine Million Mark teuer. So geht man in Hollywood auch heute noch auf Brautschau. Und Nicole Kidman, 1990 noch ein unscheinbares Starlet australischer Herkunft mit ungewisser Zukunft, sagte damals schnell Ja. Doch nun ist die Muster-Ehe zerbrochen. Ausgerechnet die Arbeit, die sie zusammengeführt hat, habe die beiden auseinander gebracht. Statt Tagen des Donners nur noch Tage des Gähnens. Und die Frage: Was wird aus den beiden adoptierten Kindern Connor und Isabella?

Es war es eine Partnerschaft, die sich vorwiegend über große Distanzen abgespielt hatte: Häuser in Los Angeles, New York, Colorado und Australien, dazu Dreharbeiten an meist unterschiedlichen Orten, denn flammende Kritiken hatten der 38-jährige Cruise und die 33-jährige Kidman, wann immer sie gemeinsam vor die Kamera traten, kaum entfachen können. Das vor dem Altar gegebene Versprechen der beiden, niemals mehr als zwei Wochen voneinander getrennt zu sein, fiel deshalb ziemlich schnell der Erkenntnis zum Opfer, dass in Einzel-Karrieren mehr Ruhm zu gewinnen sein. Kidman ("Malice", "Batman forever" und "To die for") gelang dieser Nachweis nachdrücklich, Tom Cruise, dessen große Erfolge "Top Gun" und "Rain Man" schon über ein Jahrzehnt zurück liegen konnte zuletzt noch einmal mit "Mission Impossible" auf sich aufmerksam machen.

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