Konsum : Ich kauf mir was

Für die Jugend ist Konsum ist ein Riesenthema, Werbung auch. Eins ist sicher: Wir kennen uns damit aus!

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Foto: Tsp
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Es ist ein Teufelskreis. Ich gehe an einer Plakatwand vorbei und bin gebannt. Ich sehe eine Frau in einem Kleid. Atemberaubend. Sie hat meine Haarfarbe und ist schön. Was tue ich? Ich kaufe das Kleid. Natürlich macht es aus mir kein Model. Vielleicht fehlt mir noch der silberfarbene Armreif. Nein? Die Frisur? Nein? Ihr Gesicht? Schon eher.

Der wahnsinnige Strudel des Wollens erfasst Mädchen schnell. Natürlich ist das beabsichtigt – aber das wissen wir. Vielleicht versteckt man sich hinter gutem Aussehen oder ruht sich darauf aus. Vielleicht fordert Mode aber auch heraus und hilft uns herauszufinden, wer wir sein wollen.

Entfernen wir uns von uns selbst oder entwickeln wir uns zu einem Selbst? Die Mode lässt uns offen und frei wirken, aber trotzdem wird erwartet, dass wir es nicht sind und uns an gewisse Regeln halten, zum Beispiel selbst keine Schritte zu tun. Oft wird eine Passivität vorausgesetzt, zu der unsere Kleidung nicht passt. Wir wollen anders sein, mutig und forsch, mit der Ausstrahlung eines Models, aber mit einer vielschichtigen Persönlichkeit dahinter. Wir können keine Rollen mehr annehmen, keine Verbote akzeptieren.

Gefühl lassen wir jungen Frauen uns von der Werbung nicht aufdrücken. Wir sind nicht passiv. Wir werden nicht verführt, wir verführen. Wir inspirieren, wir stolzieren, wir tanzen, wir küssen. Wir sind wunderschön. Unsere Einzigartigkeit beziehen wir nicht aus Werbeplakatkleidern.

Caroline Stelzer, 19 Jahre

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