Internationales Design Zentrum Berlin : Die Beschleunigung der Ideen

Berlin wird immer wichtiger für Kreative: Bei einer Konferenz geht es um die Zukunft des Designs.

Ute Zauft

Hat man sich gerade in die zahlreichen Funktionen seines Mobiltelefons eingearbeitet, hält man schon wieder ein neues in den Händen. Immer kürzer werden die Abstände, in denen neue Produkte auf den Markt geworfen werden, immer kürzer auch die Abstände, in denen sie wieder verschwinden.

Welche Rolle Berlin bei diesem Wettlauf gegen die Zeit spielen kann – darüber wird heute und morgen auf einer Konferenz des Internationalen Design Zentrums Berlin diskutiert. „Die Stadt ist unglaublich schnelllebig und reagiert sehr schnell auf neue Trends“, sagt Gesche Joost, die bei der Konferenz referiert. Sie leitet ein von der Telekom finanziertes Design-Forschungslabor an der Technischen Universität. Die Telekom habe Berlin deshalb bewusst als Standort gewählt.

Ein Labor wie ihres ist in Deutschland bisher einmalig: Sechs Designer und 60 Wissenschaftler verbinden Ideen für neue Produkte mit technischem Wissen. „Wir fragen nicht zuerst, was machbar ist, sondern was noch fehlt“, sagt Joost. Es würden viele Ideen entstehen und oft schnell wieder verworfen. Eine Idee, die umgesetzt wurde: ein Handy, das man durch bloßes Klopfen zur Ruhe bringen kann. Nach Einschätzung von Silke Claus, Geschäftsführerin des Internationalen Design Zentrums, spielt Design in Berlin in der letzten Zeit eine immer größere Rolle. Das liege vor allem an erfolgreichen Agenturen im Bereich Kommunikationsdesign, sagt Silke Claus. Wie die Firma Fuenfwerken. Sie ist darauf spezialisiert, das Erscheinungsbild von Unternehmen nach außen zu gestalten – auch Corporate Design genannt. Neuer Kunde seit Anfang des Jahres ist zum Beispiel das Unternehmen Zeiss in Jena. Fuenfwerken kommt ursprünglich aus Wiesbaden. 2002 eröffnete die Agentur ein zweites Standbein in Berlin: „Anfangs habe ich den Schritt nach Berlin als Wagnis gesehen“, sagt Helmut Ness, Leiter des Berliner Büros. „Es fehlen hier doch die Großkunden vor der Haustür.“ Doch das Wagnis habe sich ausgezahlt, sagt Ness. Zu dritt haben sie angefangen, jetzt sind es zehn Mitarbeiter. Die Agentur habe nicht nur von der günstigen Infrastrukturen und von den vielen „sehr guten Leuten in Berlin“ profitiert, sondern auch davon, dass die Stadt inzwischen eine „Kontaktplattform“ sei: „Aus ganz Deutschland wird auf Berlin geschaut.“ Ute Zauft

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