Zukunftspreis : Funkende Herzen

Zum 13. Mal wird der Zukunftspreis verliehen. Eine Berliner Firma ist dabei.

Moritz Honert

Berlin - Es ist eine Erfindung, die Leben retten kann: Eine Antenne, gekoppelt an einen Herzschrittmacher, sendet regelmäßig diagnostische Informationen an eine Datenbank. Dort sind die Sollwerte des Patienten abgespeichert. Gibt es Abweichungen, wird Alarm ausgelöst und eine SMS oder E-Mail an den behandelnden Arzt geschickt. Dadurch hat der Mediziner die Möglichkeit, kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren und die Therapie anzupassen. Manchem Patienten kann so auch der Weg zur Nachsorgeuntersuchung erspart werden.

Die Firma Biotronik hat den funkfähigen Schrittmacher im Jahr 2000 entwickelt, mehr als 200.000 Patienten wurde er seitdem schon eingepflanzt. Kürzlich wurde das Gerät für den Deutschen Zukunftspreis nominiert, der an diesem Mittwoch in Berlin verliehen wird.

Ob das Berliner Unternehmen, das weltweit rund 4900 Mitarbeiter beschäftigt, den mit 250.000 Euro dotierten Preis wirklich gewinnt, ist allerdings noch nicht klar. Zwei weitere Erfindungen – eine aus dem Bereich Baustoffe und eine weitere aus dem Bereich Medizin – sind ebenfalls noch im Rennen. Der Pharmakonzern Bayer Schering hat eine Tablette gegen Thrombose entwickelt. Durch diese wird eine Behandlung mit Spritzen überflüssig, genauso wie eine individuelle Anpassung der jeweiligen Dosis.

Der dritte Beitrag ist eine Art ökologische Klimaanlage, entwickelt vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. Die Forscher aus Baden-Württemberg haben Wachstropfen in winzige Kapseln aus Acrylglas gepresst. Eingesetzt in Baustoffe wie Gips, Holz oder Beton, sind diese in der Lage, gut gedämmte Räume weiter herunterzukühlen. Das kann eine konventionelle Klimaanlage überflüssig machen, spart Strom und schont die Umwelt. Gipskartonplatten mit den Acrylglaskapseln sind bereits im Handel erhältlich.

Verliehen wird der Deutsche Zukunftspreis, der in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben wird, von Bundespräsident Horst Köhler. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre ist auch der Physiker Peter Grünberg, der später den Nobelpreis verliehen bekam. Moritz Honert

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