Wirtschaft : Berlinwasser verkauft internationales Geschäft

Tochter BWI geht mehrheitlich an den japanischen Konzern Marubeni

Bernd Hops

Berlin - Die Berlinwasser Holding trennt sich von ihrer Tochter Berlinwasser International AG (BWI). Am Mittwochabend wurde der Vertrag mit dem japanischen Mischkonzern Marubeni unterzeichnet, erfuhr der Tagesspiegel aus Verhandlungskreisen. Von den Unternehmen war allerdings keine Bestätigung zu erhalten. Da Marubeni börsennotiert ist, sind sie zum Stillhalten verpflichtet, bis die Marktteilnehmer per Ad-hoc-Meldung informiert werden.

Zunächst wechseln 80 Prozent der BWI-Anteile den Besitzer, 20 Prozent bleiben bei der Berlinwasser Holding, hieß es in den Kreisen. Der Kaufpreis soll bei gut 50 Millionen Euro liegen. Zu dem Geschäft soll auch die Beteiligung am Wasserversorger der ungarischen Hauptstadt gehören. Der Anteil der Holding werde dem Vernehmen nach auf die BWI übertragen.

Gesellschafter der Holding sind das Land Berlin, der Energiekonzern RWE und der französische Konzern Veolia. Angesichts der bisher durch die internationalen Aktivitäten angefallenen Verluste war man dort zurückhaltend, weiter in die Expansion zu investieren. Auch RWE selber hatte vor kurzem angekündigt, sich weitgehend von seinen internationalen Wasseraktivitäten zu trennen, weil dort die Rendite im Vergleich zum Energiegeschäft relativ gering ist.

Im vergangenen Jahr hielt die BWI neun Beteiligungen in fünf Ländern – etwa ein Klärwerk in der chinesischen Stadt Nanchang. 28 Beschäftigte der BWI sind in Berlin stationiert, das Gros – nämlich 2500 Menschen – arbeiten im Ausland. Nach der Umwandlung der Berliner Wasserbetriebe 1994 in eine Anstalt öffentlichen Rechts engagierte sich das Unternehmen zunächst im internationalen Beratungsgeschäft für Versorger. Ende der 90er Jahre wurden dann auch Beteiligungen erworben und die internationalen Aktivitäten im Jahr 2000 in der BWI gebündelt. Der Schwerpunkt liegt laut Unternehmen seitdem auf dem Betrieb und Management von Trinkwasser- und Abwasserentsorgungssystemen. Regional konzentriert sich die BWI auf Mittel- und Osteuropa sowie auf Entwicklungs- und Schwellenländer in Asien. Marubeni wiederum will in dem Geschäft expandieren.

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