Wirtschaft : Deutsche Bank: Rolf E. Breuer hat Appetit auf mehr

Bernd Hops

Die Deutsche Bank steht unter Zugzwang. Sie ist zwar die größte Bank in Deutschland und Europa. Und selbst im globalen Maßstab gibt es kaum noch ähnlich große Kreditinstitute. Trotzdem bekundet der Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, Interesse an Teilen der Commerzbank. Denn eine große Bilanzsumme allein macht keine Rendite - und schützt auch nicht vor den Folgen eines Wirtschaftsabschwungs. Je breiter eine Bank aufgestellt ist, desto eher kann sie Abschwünge in Teilbereichen auffangen - von Synergieeffekten zwischen den Konzernbereichen ganz zu schweigen. Nicht alle müssen so weit gehen, wie der Versicherungskonzern Allianz und die Dresdner Bank. Die Allianz schafft sich durch die Filialen der Dresdner eine neue Absatzmöglichkeit für ihre Versicherungen - und so mancher Allianz-Kunden wird zur Dresdner wechseln. So stellt es sich jedenfalls die Allianz vor. Bei der Deutschen Bank mag man das anders sehen. Doch besonders im Privatkundengeschäft hat die größte deutsche Bank Schwächen. Das gleiche gilt für die Commerzbank, die zu klein ist. Beim Internet-Banking ist die Commerzbank mit ihrer Tochter Comdirect im Gegensatz zur Deutschen Bank, die gerade mit dem Online-Broker Maxblue einen - teuren - neuen Versuch startet, bereits in mehreren europäischen Ländern eine etablierte Marke. Und über die Zusammenlegung des Hypothekengeschäfts werde unter den Frankfurter Großbanken schon gesprochen, bestätigte die Deutschen Bank. Eine Fusion von Deutscher und Commerzbank, und sei sie auch nur teilweise, wäre also sinnvoll. Das müssten allerdings beide wollen. Bisher hat sich die Commerzbank allen Angeboten verweigert.

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