Wirtschaft : Diesel

Je tiefer die Wintertemperaturen, desto höher der Kraftstoffpreis

Bernd Hops

PREIS DER WOCHE

Für Fahrer von Dieselautos könnte das Leben bald noch teurer werden. Erst vor zehn Tagen stieg der Preis für einen Liter Diesel auf den höchsten Stand seit November 2000 – 92,3 Cent im Bundesdurchschnitt. Danach fiel er etwas, kletterte aber wieder – während die Temperaturen sanken – „auf 90,8 Cent“, sagt Detlef Brandenburg, Pressesprecher der BP-Aral Deutschland.

Denn auch das Wetter, nicht nur höhere Rohölpreise wegen der Irak-Krise und die jüngste Anhebung der Ökosteuer bestimmen den Dieselpreis. „Diesel gehört zur gleichen Produktgruppe wie Heizöl“, sagt Barbara Meyer-Bukow vom Mineralölwirtschaftsverband in Hamburg. Diesel wird durch Zusätze verfeinert und entschwefelt. Die Ähnlichkeit können Besitzer alter Autos testen: Die Fahrzeuge bewegen sich auch mit Heizöl im Tank, moderne Motoren würden jedoch geschädigt. Zusammen mit der höheren Nachfrage nach Heizöl in Herbst und Winter zieht deshalb der Preis für Diesel um diese Jahreszeit an. Dabei spielt auch das Wetter in den USA eine Rolle. Denn die dortigen Haushalte haben im Vergleich zu deutschen relativ kleine Öltanks, sagt Meyer-Bukow. Während deutsche Verbraucher hohe Preise oft aussitzen können, müssen viele Amerikaner während des Winters nachkaufen. Und ist die Nachfrage besonders groß, muss auch außerhalb der USA Heizöl aufgekauft werden – zum Beispiel in Europa.

„Außerdem kommen zu den üblichen Additiven im Winter Zusätze in den Diesel, die gegen Frost schützen und den Kraftstoff verteuern“, sagt Aral-Sprecher Brandenburg. Die Steuern bleiben allerdings der größte Posten beim Dieselpreis. Die reinen Produktkosten machen zurzeit 30,75 Cent je Liter aus, die Steuern dagegen 57,6 Cent. Foto: dpa

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