Immobilien : Ab sofort ist ein Balkon noch weniger wert

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Nicht nur die Streichung von Förderungen und Steuervorteilen, sondern auch neue Verordnungen werden die Immobiliengeschäfte 2004 prägen. Laut Rechtsanwalt Serreol Jay von Seldeneck darf bei der Berechnung der Wohnfläche künftig nicht mehr die Hälfte, sondern nur noch ein Viertel des Balkons berücksichtigt werden. Da der Preis von Immobilien häufig nach Quadratmetern errechnet wird, kann die Neuerung Unterschiede von mehreren tausend Euro nach sich ziehen. Neue Betriebskosten könnten zudem die Immobilienrenditen schmälern: Die KabelTV-Kosten erhöhen sich um Gema-Gebühren und Zusatzkosten sind für die Mülltrennung fällig. Da der Berliner Markt jedoch kaum Mieterhöhungen zulässt, dürfte dies manchen Eigentümer zur Senkung der Kaltmiete zwingen. Rechtsanwalt Michael Schultz weist ferner auf ein Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm (5.Juli 2002 7U94/01) hin, wonach Gewerbemietern nur dann sowohl die laufende Renovierung einer Mietfläche als auch die Endrenovierung auferlegt werden darf, wenn die Räume vom Vermieter bei Übergabe neu renoviert worden waren. Ist eine anders lautende Regelung im Mietvertrag aufgenommen, dann könne dies bei gewerblichen Mietverträgen sogar dazu führen, dass der Vermieter die Renovierungsarbeiten komplett selbst übernehmen müsse – sogar laufende Schönheitsreparaturen. Auch diese Zusatzkosten würden die Renditen eines Eigentümers verringern. Dasselbe gilt bei einem Verstoß gegen das jüngst verschärfte Transparenz-Gebot bei standardisierten Formularmietverträgen. Sind Regelungen und Begriffe, zum Beispiel über die Erhöhung der Mieten entsprechend den Lebenshaltungskosten, ausführlich und detailliert beschrieben, kann dies dazu führen, dass die ganze Klausel ungültig wird. Ergebnis: Vereinbarte Mieterhöhungen wären ungültig ball

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