Immobilien : Attraktive Sommerblumen

Bis in den Herbst hinein entfalten Kapmargariten ihre Blütenpracht

Tassilo Wengel

Die Kapmargariten – auch Kapkörbchen genannt – haben sich in den letzten Jahren zu beliebten Balkon- und Beetpflanzen entwickelt. Die Zahl der Sorten stieg rasant an, so dass inzwischen auch eine Fülle von interessanten Hybriden mit sehr schönen Blüten zur Verfügung steht. Gärtnerisch interessant sind Züchtungen aus den zwei sehr eng verwandten Gattungen Osteospermum und Dimorphoteca. Beide gehören zur umfangreichen Familie der Asterngewächse (Asteraceae) und fallen durch ihre prächtigen Margaritenblüten auf.

Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts waren alle Arten der Gattung Dimorphoteca zugeordnet, so dass in der älteren Literatur das Kapkörbchen nur als Dimorphoteca bezeichnet wird. Neben gärtnerisch weniger wichtigen Arten sind allein Dimorphoteca pluvialis und Dimorphoteca sinuata von Bedeutung. Aus ihnen ging eine Reihe Sorten hervor, die als Kapkörbchen-Hybriden (DimorphotecaHybriden) im Handel angeboten werden. Die Pflanzen erreichen Höhen von 30 bis 40 Zentimetern und finden als attraktive Sommerblumen für Schalen und Kübel Verwendung. Je nach Sorte sind die großen Blüten zartrosa bis pinkfarben.

Erst 1984 erschien im für die gärtnerische Nomenklatur wichtigen Nachschlagewerk „Zander – Handwörterbuch der Pflanzennamen“ das Weiße Kapkörbchen (Osteospermum ecklonis) als einzige und gärtnerisch wichtigste Art dieser (neuen) Gattung. Es wächst in Südafrika als robuster Halbstrauch, der bis zu einen Meter Höhe erreichen kann. Ein besonderes Erlebnis ist es, im Oktober die Blüte der verschiedenen Arten an ihrem heimatlichen Standort zu erleben. Dort entfalten sich nach den seltenen Regenfällen in den Trockengebieten nach wenigen Tagen Millionen prächtiger Blüten in verschiedenen Farben. Die Blüten stehen in lockeren Doldentrauben zusammen, sind oberseits weiß und an der Unterseite bläulich. Inzwischen gehören zur Gattung rund 70 Arten, von denen nur wenige gärtnerisch von Bedeutung sind. Das angebotene Sortiment wird durch die Osteospermum-Hybriden bestimmt, bei denen nicht immer eindeutig erkennbar ist, welche Arten eingekreuzt wurden. Die meisten Sorten stammen von Osteospermum ecklonis ab, einige Sorten enthalten auch Anteile von Osteospermum pinnatum, einer gelb blühenden Art.

Die Farbskala der Blüten ist ungemein reichhaltig und zeigt vor allem leuchtende und kräftige Farbtöne in allen denkbaren Nuancen, aber auch feine Pastelltöne. Interessant sind die abweichenden Blütenformen, wie zum Beispiel die so genannten Löffelblatt-Typen. Bei diesen Sorten sind die äußeren Blütenblätter (Petalen) in der Mitte stark eingerollt beziehungsweise eingebuchtet, und erst die Spitze öffnet sich wieder normal. Bekannte Sorten sind ,Whirligig‘ mit weißen oder ,Pink Whirls‘ mit rosafarbenen Petalen. Immer mehr Serien wie ,Cape Daisy‘, ,Sunny‘ oder ,Starlight‘ drängen mit zahlreichen Sorten auf den Markt. Neuerdings sind auch hängende Sorten im Angebot.

In der Kultur ist das beachtliche Höhenwachstum unerwünscht, das größtenteils auf die Erbmasse von Osteospermum ecklonis zurückgeht. Auslesen und Kreuzungen führten zwar zu niedrigeren Sorten, die aber selbst bei den neuen Serien noch zu hoch werden. Um kompakte, gut verzweigte niedrige Pflanzen von 25 bis 30 Zentimetern Höhe zu erzielen, werden die Jungpflanzen in den Gärtnereien gestutzt und später mit Hemmstoffen durch Gießen behandelt.

Kapmargariten gedeihen am besten an einem vollsonnigen, geschützten Standort und vertragen mehr Hitze, als man den saftig grünen Pflanzen zutraut. Mageres, durchlässiges Substrat, regelmäßige Wassergaben und wenig Dünger sorgen dafür, dass die Pflanzen den ganzen Sommer über bis in den Oktober ununterbrochen neue Blüten entfalten. Man verwendet sie meist als einjährige Sommerblumen auf Beeten ausgepflanzt, als Einfassung, in Schalen, Töpfen, Kübeln oder in Balkonkästen. Man kann sie auch in Töpfen oder Kübeln überwintern. Dazu schneidet man die Pflanzen im Herbst zurück und hält sie bei stark eingeschränkten Wassergaben kühl, aber frostfrei.

In Mitteleuropa sind die Osteospermum auf keinen Fall winterhart. Nur ein Teil der Sorten hält auch leichten Frost aus und kann in milden Klimazonen bei ausreichend Winterschutz im Freien überwintern. Das gilt besonders für Sorten von Osteospermum barberiae, die bis Temperaturen von minus zwölf Grad Celsius aushalten. Allerdings sind die Chancen für ein Überleben größer, je trockener der Standort ist.

Seit einiger Zeit bieten Firmen auch Saatgutmischungen an. So enthält beispielsweise die Mischung „Passion“ weiße, lachsfarbene, rosafarbene und purpurne Farbtöne. Die Pflanzen werden ohne Hemmstoffbehandlung bei einem vollsonnigem Standort nicht höher als 30 Zentimeter. Die Anzucht aus Samen ist leicht. Man sät sie Anfang März in Schalen oder Töpfe mit einem durchlässigen Substrat und hält sie immer gleichmäßig feucht. Bei Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius und sehr hellem Stand entwickeln sich die Pflanzen so weit, dass sie Ende Mai zwar noch nicht blühen, aber ins Freie ausgepflanzt werden können.

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