Immobilien : Aufschwung im Südwesten Berlins In der Schloßstraße wird in Käufhäuser investiert

Christian Hunziker

Die im Stadtteil Steglitz gelegene Schloßstraße schickt sich an, ihre Stellung als zweitwichtigste Shopping-Meile der Hauptstadt auszubauen. Gleich drei große Einzelhandelsprojekte sollen im nächsten Jahr fertig gestellt werden, 55000 Quadratmeter neue Einzelhandelsflächen kommen zu den vorhandenen 100000 Quadratmetern hinzu.

Das größte Neubauvorhaben befindet sich am südlichen Ende der Schloßstraße. Dort, neben dem Rathaus Steglitz, errichtet die Fondsgesellschaft H.F.S. die Schloßgalerie. Die Eröffnung des 36000 Quadratmeter umfassenden Einkaufszentrums kündigt die H.F.S. für März 2006 an. Die Gesellschaft betreibt auch Berlins größtes Einkaufszentrum, die Neuköllner Gropiuspassagen.

Am nördlichen Ende der Straße wird das Schloßstraßen-Center mit 12800 Quadratmetern Verkaufsfläche bereits errichtet. Die Eigentümergemeinschaft aus dem Berliner Projektentwickler Tenkhoff Properties und dem Versicherungskonzern Generali lässt momentan das ehemalige Hertie-Kaufhaus abbrechen. An dessen Stelle will sie anschließend ein Shopping-Center mit knapp 70 Läden hochziehen. Obwohl die Baubewilligung noch nicht vorliegt, möchte Projektentwickler Joachim Tenkhoff bereits im Oktober 2006 die ersten Kunden begrüßen.

Weitere 6000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche werden im Forum Steglitz geschaffen. Mit seinen 35 Jahren ist das Shopping-Center gleichsam ein Methusalem unter den Einkaufszentren. Doch jetzt macht der Eigentümer, die britische Hammerson-Gruppe, seine Ankündigung wahr und erweitert das Forum von 26000 auf 32000 Quadratmeter. Im Juni 2006 soll es sich dann als „Vollversorger für die junge Familie“ neu profilieren, sagt Manager Hubertus Kobe.

Joachim Tenkhoff setzt beim Schloßstraßen-Center auf die direkte Anbindung an den U-Bahnhof Walther-Schreiber-Platz, während Harald G. Huth für die Schloßgalerie eine von Las Vegas inspirierte Innenraumgestaltung mit spektakulären Lichteffekten verspricht.

Keiner der Konkurrenten redet das Projekt des anderen schlecht. Der Wettbewerb, so heißt es, komme dem Standort zugute. Darin stimmt Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Berlin-Brandenburg, zu: Die Projekte stärkten das ohnehin schon „extrem starke Potenzial“ der Schloßstraße.

Allerdings dürften sich die Betreiber beim Buhlen um begehrte Mieter durchaus in die Quere kommen. Dies gilt zum Beispiel für Elektronikfachmärkte, ohne die kein Einkaufszentrum erfolgreich sein kann. Dementsprechend sehen alle drei Shopping-Paradiese ein solches Angebot vor – dabei ist „Saturn“ bereits heute auf der Schloßstraße vertreten. Ein anderes Problem spricht Joachim Tenkhoff offen aus: „Die Schloßstraße ist veraltet“, sagt er. Für die 25- bis 45-Jährigen fehlten attraktive Angebote. Um dies zu ändern, gewann Tenkhoff beispielsweise den spanischen Modeanbieter „Zara“ als Mieter.

Umgekehrt profitiert die Schloßstraße von ihrer Lage in dem bei wohlhabenden Berlinern als Wohnort beliebten Südwesten der Stadt und von der guten Erreichbarkeit. Immerhin zählten die Makler Engel&Völkers an einem Sonnabend innerhalb von zwei Stunden 13700 Passanten. Und die Spitzenmiete für Ladenlokale beziffern die Makler von Aengevelt auf 95 Euro pro Quadratmeter – Platz drei in Berlin hinter Tauentzien/Kurfürstendamm und Alexanderplatz.

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