Immobilien : Billige Kredite für aufwändige Sanierung Neues Förderprogramm für Umbau von Altbauten

Ralf Schönball

Gute Nachrichten für Eigentümer von Immobilien mit schlechter Dämmung und veralteter Heizungstechnik. Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) läutet die „zweite Projektphase“ zur Herabsetzung des CO2-Verbrauchs von Wohnhäusern ein. Nutznießer sind dieses Mal Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie kleinerer Mehrfamilienhäuser. Bei einer energetischen Sanierung ihrer Immobilien erhalten sie einen Erlass von 15 Prozent der Investition sowie Baugeld zu Zinsen weit unter den üblichen Konditionen am Markt für Hypothekenkredite.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Immobilie nach den Baumaßnahmen den Niedrigenergiestandard von Neubauten erreicht. In Zahlen ausgedrückt: Die Bauten müssen 30 Prozent weniger verbrauchen als vergleichbare Neubauten. Modellvorhaben in allen Bundesländern haben diese Werte bereits erreicht. Allerdings handelt es sich dabei um Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Die Fördermittel waren hier Wohnungsbauunternehmen zugute gekommen. Nun sollen private Haushalte die Subventionen einstreichen können.

Bundesweit sollen mehr als 100 Antragsteller berücksichtigt werden. Darunter werden auch 25 Eigentümer von Immobilien in Berlin und den neuen Ländern sein. Nach Angaben von Jürgen Pöschk, Leiter der Energie- und Umweltmanagement-Beratung und als Partner der Dena mitverantwortlich für das Projekt, reichen die Fördermittel aus, um die höheren Kosten für die aufwändige energetische Sanierung zu finanzieren. Anders ausgedrückt: Wer den Zuschlag bekommt, verbraucht nach dem Umbau zwei Drittel weniger Wärme als zuvor und spart dadurch Heizungskosten; die dazu erforderliche Sanierung muss er aber nicht aus der eigenen Tasche finanzieren.

Voraussetzung für den Erhalt der billigen Kredite ist eine Bewilligung des Antrages durch das Institut zur Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken. Dieses reicht den Antrag dann weiter an die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die bundeseigene Förderbank gibt dem Bauherrn dann ein Darlehen zu Zinsen in Höhe von 1,76 Prozent jährlich. Außerdem verzichtet die Bank auf die Rückzahlung von 15 Prozent der ausgezahlten Gelder. Der subventionierte Darlehensbetrag ist allerdings begrenzt. Bei kleinen Häusern (maximal 300 Quadratmetern Nutzfläche) werden Baukosten in Höhe von maximal 150 Euro je Quadratmeter Nutzfläche finanziert. Nur 100 Euro je Quadratmeter sind es bei mittelgroßen Häusern (300 bis 800 Quadratmeter Nutzfläche höchstens) und 50 Euro je Quadratmeter bei kleinen Mehrfamilienhäusern (mehr als 800 Quadratmeter Nutzfläche).

Diese Kreditbeträge dürften zur Finanzierung einer umfassenden Sanierung nicht ausreichen. Das ist aber auch nicht notwendig. Denn die Kfw bietet weitere Förderungen, darunter das CO2-Gebäudesanierungsprogramm mit Krediten zu den selben Konditionen. Und die neue Förderung kann mit allen anderen Programmen (auch für den Einbau von Solartechnik) kombiniert werden. So ergeben sich entsprechend höhere subventionierte Kreditbeträge. Beispielsweise können im Rahmen des regulären CO2-Gebäudesanierungsprogramms Kredite in Höhe von bis zu 250 Euro je Quadratmeter Wohnfläche beantragt werden. Voraussetzung für eine Bewilligung ist, dass nach der Sanierung mindestens 40 Kilogramm Klimagift pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche weniger im Jahr verbraucht werden.

Hintergrund der Förderung ist die im Rahmen des Kyoto-Protokolls zum internationalen Klimaschutz eingegangene Verpflichtung der Bundesregierung, den CO2-Verbrauch im Lande zu senken. Der energetischen Sanierung des Immobilienbestandes kommt dabei eine große Rolle zu. Denn statistisch betrachtet schlägt die Heizung mit 54 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs von Haushalten zu Buche. Das Auto hat nur einen Anteil von 31 Prozent, sieben Prozent werden zum Erwärmen von Wasser verbraucht, und nur ein Prozent zur Beleuchtung der Wohnungen.

Infos: Energie- und Umweltmanagement-Beratung Pöschk, Telefon: 21752107, Institut zur Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken, Telefon: 39921737.

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