Immobilien : Blütenpracht in Goldgelb

Niedrig bleibende Ginster sind schöne Begleitpflanzen und attraktive Ziersträucher für den Wegesrand

Tassilo Wengel

Ginster gehören zu den auffälligsten Blütengehölzen, wenn sie sich je nach Art im Frühjahr oder Sommer üppig mit gelben Blüten schmücken. Neben hohen Vertretern wie dem bekannten heimischen Besenginster (Genista scoparia) gibt es eine Reihe niedrig bleibender Arten, die sich gut für Steingärten, Heidegärten oder als Begleitpflanzen am Wegesrand eignen.

Die Gattung Genista gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und umfasst rund 90 Arten. Es sind strauchförmig wachsende, überwiegend sommergrüne Zwerg- oder Kleinsträucher mit meist grünen Trieben. Charakteristisches Merkmal sind die nach dem Schmetterlingstyp gebauten zweiseitig symmetrischen Blüten in endständigen Trauben oder Köpfchen geordnet. Sie bestehen aus einer nach oben gerichteten, mehr oder weniger ovalen Fahne, dem darunter befindlichen Schiffchen sowie seitlichen Flügeln, die bei den einzelnen Sorten oft unterschiedlich gefärbt sind.

Die natürliche Verbreitung der Gattung reicht von Europa und dem Mittelmeergebiet bis nach Westasien, wo sie als charakteristische Vertreterin der europäischen Zwergstrauchheiden oder der Trockenstrauchvegetation (Macchien) im mediterranen Raum vor allem vollsonnige Standorte auf nährstoffarmen, durchlässigen Böden besiedelt.

Gartencenter bieten nur wenige Ginster an, obwohl das Sortiment gartenwürdiger Arten nicht gerade klein ist. Wer sich für das dekorative goldgelb blühende Gehölz interessiert, wird in speziellen Baumschulen oder Gärtnereien fündig.

Zum Standardsortiment gehört der Lydische Ginster (Genista lydia), ein niedergestreckter, etwa 50 Zentimeter hoher Strauch mit vierkantigen, bogig nach unten gekrümmten Zweigen. Im Laufe der Jahre kann er eine Breite von etwa einem Meter erreichen. Von Mai bis Juni schmückt sich die Art mit zahlreichen Blüten, die in kurzen, dichten Trauben am Ende der Zweige sitzen.

Etwas höher wird der Strahlen-Ginster (Genista radiata), der von den Südalpen bis Südosteuropa seine Heimat hat. Er ist ein strahlig verzweigter, kompakter unbewehrter kugeliger Strauch, der bis zu 80 Zentimeter hoch werden kann. Im Juni, gelegentlich auch noch im August und September, erscheinen die Blüten in endständigen Köpfchen. Der Strahlenginster ist im Vergleich zu anderen Arten sehr robust und langlebig.

Kugel- oder kissenförmig wächst auch der immergrüne Spanische Ginster (Genista hispanica), der in Südfrankreich sowie Nordspanien beheimatet ist. Er gehört von den mediterranen Vertretern zu den am häufigsten kultivierten Arten, weil er ausreichend frosthart ist. Dieser sehr dicht verzweigte Strauch wird 70 Zentimeter hoch. Von Mai bis Juni zeigen sich die Blüten in gedrängten, rundlichen endständigen Trauben.

Von Südschweden bis Nordspanien ist der Sand-Ginster (Genista pilosa) verbreitet. Er entfaltet in den Blattachseln der vorjährigen Zweige von Mai bis Juni seine Blüten, deren Fahne und Schiffchen seidig behaart sind. Von diesem Zwergstrauch mit niederliegenden, aufsteigenden Zweigen und behaarten Blättern wird vor allem die Sorte ,Goldilock‘ gepflanzt. Sie bildet breite, 40 bis 60 Zentimeter hohe Büsche und ist sehr reichblütig.

Wegen der späten Blütezeit ist der Gefüllte Färberginster (Genista tinctoria ,Plena‘) sehr wertvoll. Er hat einen locker verzweigten Wuchs von 30 bis 50 Zentimetern Höhe und bringt erst von Juli bis September seine zahlreichen großen gefüllten Blüten hervor.

Aus den Bergen der westlichen Balkanhalbinsel stammt der Seidenginster (Genista sericea). Er wird 15 bis 30 Zentimeter hoch und hat fein seidig behaarte Zweige. Von Mai bis Juni schmückt er sich mit goldgelben Blüten, die in endständigen Trauben an den dünnen Zweigen erscheinen. Noch niedriger bleibt der Flügelginster (Genista sagittalis), dessen kriechende Äste rasenartige Polster bilden. Diese leicht zu kultivierende Art kommt vor allem in den Bergen von Südspanien bis Griechenland vor und ist ausgesprochen frosthart. Sie blüht im Mai und Juni. Die Blüten erscheinen am Ende der zehn bis 15 Zentimeter hohen Triebe in aufrecht stehenden Trauben. Die Art eignet sich gut als Bodendecker.

Die niedrigen Ginster lassen sich hervorragend in Gemeinschaft mit anderen Zwerggehölzen wie Rosmarinseidelbast (Daphne cneorum), Japanische Buschgränke (Pieris japonica ,Compacta‘), Kleinblättrige Zwergmispel (Cotoneaster microphyllus ,Cochleatus‘) oder Zwergwacholder (Juniperus communis ,Compressa‘) verwenden. Auch für den Heidegarten sind diese Arten sehr zu empfehlen, wo sie in Gesellschaft von Besenheide, Zwerg-Kiefer, und verschiedenen Gräsern wie Bergsegge, Blaugras (Sesleria-Arten) oder Zittergras gut zur Geltung kommen.

Bezugsquellen: Havelländische Baumschulen, Chausseestraße 13 a, 14542 Plessow bei Werder, Telefon: 03327/ 409 02, Fax 409 03 (www.havellaendische-baumschulen.de); Friesland Staudengarten, Uwe Knöpnadel, Husumer Weg 16, 26441 Jever, Telefon: 04461/3763, Fax 04461/ 2307; Arboretum Waasland, Kriekelaarstraat 29, B-9100 Nieuwkerken-Waas.

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