Immobilien : Bude gesucht: Was typisch für Berlin ist

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Noch immer halten sechs städtische Wohnungsbaugesellschaften 279 000 Wohnungen. Dazu kommen 114 Genossenschaften, die 188 000 Wohnungen verwalten. In kaum einer deutschen Stadt war Wohnraum solange so günstig zu finden; nach dem Wegfall der Anschlussförderung ist allerdings ein höheres Niveau der Mieten abzusehen. Zugleich kämpfen die großen Sozialwohnungssiedlungen wie die Gropiusstadt oder das Märkische Viertel mit ihrem Image – und damit um Mieter. „Graffiti und Dreck sehen viele als Indikator für eine schlechte Lage“, sagt Dieter Blümmel von Haus & Grund.

Wer unkonvetionell wohnen will, liebt Berlin, die Stadt der Dachrohlinge und der Lofts. Industrie ist weggebrochen – schlecht für den Arbeitsmarkt, eine Chance für Nonkonformisten. Die wohnen in Umspannwerken und Fabriken, bebauen Brachen am Wasser oder beziehen in der City luxuriöse Townhouses.

Wer sucht, muss sich den Wecker auch sonntags stellen, für Neuberliner kaum zu fassen. Eine Tradition, an der die Presse „Schuld“ ist – denn in Berlin erschienen die Immobilienanzeigenfrüher größtenteils sonntags. Stadttypisch ist auch die gruppenweise Besichtigung mit vorgegebener Zeit. „Wir laden meist drei oder vier Leute ein, das lohnt sonst nicht, weil viele Kunden nicht kommen, aber auch nicht absagen“, sagt Makler Thorsten Köhn. heid

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