Immobilien : Da blüht uns was

Was es kostet, wenn Profis Gärten planen

Veronika Csizi

In der Hängematte unterm Kastanienbaum dösen? Eine Wellness-Oase mit Schwimmteich? Einen Spaßgarten für Kinder oder einen Event-Garten für Erwachsene mit Partybereich und Laube? Damit sich der eigene Garten wirklich zum Lieblingszimmer im Freien entwickelt, sind Fachleute nötig. Gartenarchitekten oder Landschaftsbauer sind es, die genug Ideen und Erfahrung haben, um aus 200 qm Ödnis kleine Paradiese zu schaffen. Natürlich hat solche Expertise ihren Preis – und gerade am Ende der Bauzeit herrscht meist Ebbe in der Kasse. Es mache trotzdem Sinn, für die Planung einen Profi zu engagieren, sagt Jens Biewendt, Gartengestalter aus Potsdam. „Schließlich wohnt man ja sechs bis sieben Monate im Jahr auch im Garten“. Der Gartenprofi ist einer von rund 60 deutschen „Gärtnern von Eden“, einer Vereinigung, die schlüsselfertige Gärten mit dem gewissen Etwas realisieren möchte. Biewendt empfiehlt allen Bauherren, bei der Finanzierung eines Hauses zumindest einen vom Fachmann erstellten Gestaltungsplan einzukalkulieren. Ein Profi habe einen Blick für heutige und spätere Bedürfnisse der Gartenbesitzer und plane somit einen Garten, der lange Freude mache. Ab 525 Euro erstellen die Potsdamer solche Pläne. Natürlich könne sich der Bauherr auch einen Garten entwerfen lassen und die Umsetzung kostenschonend erst peu à peu in Auftrag geben oder sogar selbst Hand anlegen, schlagen Karin und Stephan Haan aus Pankow vor. Als Gartenarchitekten entwickeln sie Ideen für Begrünungen aller Art, setzen sie selbst aber nicht um, sondern wählen ausführende Unternehmen per Ausschreibung aus. „Das senkt den Preis für den Bauherren“, ist Karin Haan sicher. Gartenkonzept und Kostenschätzung selbst werden nach Aufwand abgerechnet: Pro Stunde wird das übliche Architektenhonorar von 40 bis gut 80 Euro fällig. Bauen die Profis den Traumgarten auch, muss man in fünfstelligen Kategorien denken. Ein 500-qm-Garten mit eher einfacher Ausstattung kostet nach Haans Erfahrung rund 20 000 Euro. Denn zum Garten gehören ja nicht nur Pflanzen, sondern auch Zaun, Wege, Licht und Terrasse. Der Potsdamer Gartenbauer Biewendt hat zwar „auch schon kleine Privatgärten für 10 000 Euro“ realisiert. Für einen echten Traumgarten müsse man aber deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Immer mehr Menschen sind dazu bereit. „Es gibt eine neue Lust am Garten“, hat der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) festgestellt. Bauherren gäben leicht 10 000 Euro fürs Badinterieur aus, da sähen viele auch ein, dass die Fläche im Freien auch nicht umsonst professionell entstehe, sagt Wolfgang Groß vom BGL.

Nur: Wie findet man einen guten Profi? Im Internet kann man sich zunächst auf den Seiten der Verbände Spezialisten aus der Region herausfiltern. Wer ein Mitglied wähle, könne sicher sein, dass er Fachpersonal beauftrage und geprüfte Qualität erhalte. Groß empfiehlt zudem, sich eine Mappe mit Referenzobjekten zeigen zu lassen.

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