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Immobilien : Dichten und denken

03.03.2012 00:00 Uhr

Schadet Wärmedämmung dem Raumklima und erhöht das Risiko der Schimmelbildung?

WAS STEHT INS HAUS?

Wir bewohnen ein Einfamilienhaus, das in 1930er-Jahren errichtet wurde. Wir überlegen nun, ob wir in diesem Jahr unser Haus nachträglich wärmedämmen, weil sowieso Renovierungsarbeiten notwendig sind. Nun sind wir verunsichert, weil häufig darüber berichtet wird, dass nach Wärmedämmmaßnahmen Schimmelpilz auftritt und das Raumklima sich verändern soll. Vor allem sollen Schimmelpilzschäden dann auch an Fenstern und in Gebäudeecken auftreten. Auch wird davon berichtet, dass die Wand nach der Dämmung nicht mehr atmen kann. Was raten Sie?

WAS STEHT IM GESETZ?

Wenn Sie den Putz Ihres Hauses instand setzen und dabei mehr als zehn Prozent der Fläche erneuern, müssen Sie die Energieeinsparverordnung einhalten.

Zwangsläufig müssen Sie deshalb Ihre Außenwände zusätzlich wärmedämmen. Die Ausführungsdetails regeln sich nach DIN 4108. Vorhandene Wärmebrücken wie Öffnungslaibungen, Gebäudeecken und auskragende Bauteile sind sorgfältig zu planen, weil sie häufig bei ungedämmten Gebäuden schadlos sind und zum Teil erst Schäden zeigen, wenn die Hauptflächen der Außenwände wärmegedämmt sind. Um diese Wärmebrücken schadensfrei wärmezudämmen, sollten sie von Bauphysikern geplant werden. Vollständig werden Sie nicht alle Wärmebrücken beseitigen können. Es ist aber möglich, durch Isothermenberechnungen nachzuweisen, wie dick die Wärmedämmung an den Wärmebrücken sein muss, um bei üblichem Raumklima keine Tauwasser- und Schimmelgefahr hervorzurufen. So sind die gegenwärtig verfügbaren Berechnungsverfahren darauf gerichtet, zukünftige Schäden zu vermeiden, wenngleich geometrische Wärmebrücken vorhanden bleiben. Besonders an Öffnungslaibungen ist zu prüfen, ob aufgrund der Einbaulage der Fenster überhaupt noch eine Wärmedämmung angebracht werden kann. Nicht selten müssen Fenster auch ausgetauscht werden, weil die Laibung sonst nicht wärmegedämmt werden kann. Verbleibt die ungedämmte Wärmebrücke dort, ist Schimmelbildung programmiert.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Sollte sowieso eine Fassadenrenovierung anstehen, empfiehlt es sich, gleich eine Wärmedämmung mit anzubringen. Sie können damit Heizkosten sparen und tun auch etwas für die Umwelt. Die konstruktiven Wärmebrückendetails sollten geplant und unvermeidbare Wärmebrücken auch durch bauphysikalische Simulationsberechnungen nachgewiesen werden. Die Diffusionsfähigkeit (Durchlässigkeit) der gesamten Außenwandkonstruktion verschlechtert sich zwar gegenüber dem ursprünglichen Zustand, es entsteht jedoch keine Gummihaut, wie es einige Kritiker behaupten. Sicherlich ist die Abwägung, eine solche Wärmedämmmaßnahme auszuführen, immer vom Geldbeutel abhängig. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung jedoch auch die steigenden Heizkosten – und den gesellschaftlichen Anspruch, die CO2-Belastung zu verringern.

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