Immobilien : Ein nur schwer zu bekämpfender Pilz Monilia schädigt Kern- und Steinobst

Peter Busch

Jedes Jahr klagen immer wieder Gartenbesitzer über absterbende Triebe nach der Blüte der Kirschen. Ursache dafür ist der Monilia-Pilz, der in alten Blütenständen und Fruchtmumien oder als Pilzgewebe auf den Zweigen überwintert. Durch Wind, Regen und Insekten wird er im Frühjahr über die Blüten verbreitet und befällt im Herbst verletzte Früchte. Besonders anfällig sind die Sauerkirschen und besonders die Sorte „Schattenmorelle“.

Bei der so genannten Monilia-Spitzendürre sterben bei Sauerkirschen nach dem Befall die jungen Triebe ab, bei Süßkirschen die Blütenbüschel. Ist der Schaden eingetreten, kommt allerdings jede Behandlung mit Spritzmitteln zu spät. Am sinnvollsten ist in dem Fall der Griff zur Schere. Alle abgestorbenen Triebteile werden bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und die Schnitt- und Sägestellen anschließend gründlich mit Wundverschlussmitteln bestrichen. Der Baum sollte alle paar Tage kontrolliert werden, ob weitere abgestorbene Triebe zu beseitigen sind. Verbleiben die erkrankten Äste oder Früchte am Baum, geht von ihnen im nächsten Frühjahr die erneute Infektion aus. Die abgeschnittenen Zweige kommen wegen der Ansteckungsgefahr auch nicht auf den Kompost, sondern sollten verbrannt werden.

Sinnvoll ist es, eine Reihe an vorbeugenden Maßnahmen zu ergreifen, um diese Pilzerkrankung einzudämmen. Zuallererst sollten alle Früchte – der Pilz befällt auch Äpfel und Pflaumen – die von der Monilia-Fruchtfäule infiziert sind, aus dem Gartenbereich entfernt werden. Bei Neuanpflanzungen von Sauerkirschen sind moniliafeste beziehungsweise wenig anfällige Sorten vorzuziehen, wie zum Beispiel „Heinemanns Rubin“, „Morellenfeuer“ oder „Ludwigs Frühe“. Ein jährlich durchgeführter Obstbaumschnitt erhöht ebenfalls die Widerstandskraft gegen Monilia.

Die größte Gefahr der Ansteckung mit Monilia-Spitzendürre besteht bei feuchtkaltem Wetter während der Blüte, da sich der Pilz dann optimal ausbreiten kann. Nur zu diesem Zeitpunkt hilft eine Spritzung.

Neben zugelassenen chemischen Präparaten gibt es aber auch im naturgemäßen Gartenbau bewährte Mittel. Vorbeugend wird auf der Baumscheibe Meerrettich angepflanzt. Bei drohendem Befall empfiehlt sich eine erste Spritzung mit Grünkupfer (0,5 Prozent) beim Schwellen der Blütenknospen. Weitere Spritzungen mit Meerrettichtee erfolgen zur Vollblüte und in die abgehende Blüte. Dazu werden 500 Gramm Meerrettichblätter und -wurzeln gut zerkleinert, in einem Liter Wasser aufgekocht und nach 15 Minuten abgeseiht. Dieser Flüssigkeit setzt man neun Liter Wasser zu und bringt die Lösung dann direkt in die Blüte aus. Mit vorbeugenden Maßnahmen und dem direkten Eingriff bei einem Befall lässt sich die Krankheit einigermaßen in den Griff bekommen.

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