Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten Ein Silberbaum aus dem Kapland

Uwe Nef / Brigitte Zimmer

Ein hoch interessanter Strauch aus dem Kapland blüht zurzeit im Südafrika-Haus: Protea obtusifolia. Er kommt wild im Hügelland längs der südafrikanischen Küste in einem schmalen, nur circa 200 Kilometer langen Landstrich vor.

Der Name Protea (Silberbaum) leitet sich vom griechischen Meeresgott Proteus ab, der als unendlich wandlungsfähig galt. Die Gattung umfasst etwa 90 Arten und zählt zu den Silberbaumgewächsen (Proteaceen), einer vielgestaltigen, ursprünglichen Pflanzenfamilie der Südhemisphäre, die bereits zur Zeit der Dinosaurier vor mehr als 200 Millionen Jahren vertreten war. Die meisten der heute noch lebenden rund 70 Gattungen und 1400 Arten gedeihen in Australien und Südafrika.

Protea obtusifolia ist ein aufrechter, zwei bis vier Meter hoher, immergrüner Strauch, der einen Durchmesser von fünf Metern erreichen kann. Die immergrünen, lederartigen, breit-lanzettförmigen, bis zu 15 Zentimeter langen Blätter sind durch ihren die Familie insgesamt charakterisierenden Bau optimal gegen Austrocknung durch Hitze und Wind geschützt. Da die Blätter häufig senkrecht zur Mittagssonne stehen, treffen die Strahlen der heißen Mittagssonne nur auf den schmalen Rand. Die imposanten Blütenstände der Protea obtusifolia ähneln von weitem einer Artischocke. Die Blüte ist erst männlich, der Pollen gelangt aus den Staubbeuteln zunächst auf die noch nicht empfängnisbereite Griffelspitze und von dort auf die Blütenbesucher. Erst wenn die Bestäuber den Pollen entfernt haben, wird die Blüte weiblich und kann befruchtet werden. Eine Selbstbefruchtung ist also ausgeschlossen. Die Aufzucht und Haltung von Protea-Arten gilt als Königsdisziplin der Kalthauskultur.

Mehr dazu im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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