Immobilien : Eine ganz besondere Pflanze aus dem Botanischen Garten Giftige

Schönheit

Brigitte Zimmer

Im Haus der Pflanzen der feuchten Tropen blüht zurzeit ein sehenswertes Liliengewächs aus dem tropischen Afrika: die Stolze Ruhmeskrone (Gloriosa superba). Das Besondere an der Pflanze ist ihre variable Wuchsform. Jedes Jahr bilden sich an der Spitze der knollenartigen Wurzelstöcke neue Stängel. Bis zu einem Meter Höhe wachsen sie aufrecht. Werden sie jedoch größer, können sie in die Höhe klettern. Dazu sind sie bestens ausgerüstet. Die Spitze ihrer länglich-ovalen Blätter, die in gegenständigen Paaren oder in Dreierquirlen am Stängel sitzen, ist oft in eine Ranke umgebildet, die der Verankerung dient. Daher der zweite, ebenfalls gebräuchliche und gut passende Name der Art: Haken- oder Kletterlilie, welcher zudem auf die Verwandtschaft mit den Lilien hinweist. Die formenreiche Gloriosa superba ist die einzige Art ihrer Gattung.

Ihre dekorativen, gelben, flammend roten oder mehrfarbigen, nach unten gedrehten Blütenkronen präsentiert die Stolze Ruhmeskrone an langen, schlanken Stielen. Während der Blüte kann ein Farbwechsel erfolgen. Die sechs schmalen, gewellten Blütenblätter sind entweder flach ausgebreitet oder zurückgeschlagen, so dass sie nach oben weisen. Ihre Länge variiert zwischen fünf bis 15 Zentimetern. Waagerecht, weit abgespreizt, balancieren die orangefarbenen Staubbeutel senkrecht an der Spitze langer Staubfäden. Der schlanke Griffel mit seinen drei Narbenästen ist eigentümlich abgeknickt und steht waagerecht. Als Blütenbesucher vermutet man, schon auf Grund der Farbe, am ehesten Vögel.

Diese prächtige Kletterpflanze kommt heute nicht nur in ihrer afrikanischen Heimat vor, sondern ist in den asiatischen Tropen weit verbreitet. Im Handel wird sie als Zimmer- oder Warmhauspflanze und als Schnittblume angeboten. Doch Vorsicht: Alle Teile der Pflanze, insbesondere die Wurzelknolle, sind stark giftig. Sie enthalten giftige Alkaloide: hauptsächlich Colchicin, wie unsere Herbstzeitlose, sowie Gloriosine. Die Toxine der Gloriosa werden als mögliche Pharmazeutika schon seit längerem intensiv untersucht.

Weiteres im Internet:

www.botanischer-garten-berlin.de

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