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Attraktive Sorten bietet die Lilienblütige Magnolie, die auch für kleinere Gärten geeignet ist

Tassilo Wengel

Magnolien gehören im Frühjahr zu den auffallenden Blütengehölzen, die meist als Blickfang viele Vorgärten schmücken. Eine besonders empfehlenswerte Vertreterin dieser Gattung ist die Lilienblütige Magnolie (Magnolia liliiflora). Sie wächst in den mittleren und südöstlichen Provinzen Chinas in Höhen zwischen 500 und 2000 Metern als Baum oder Strauch.

Unter dem Namen Mu-lan – übersetzt Baumorchidee – wird sie bereits in alten chinesischen Texten des 11. Jahrhunderts erwähnt. In den chinesischen Kaisergärten verwendete man sie als Pfropfunterlage für die berühmten Yulan-Magnolien (Magnolia denudata), die in Töpfen kultiviert wurden und dadurch kleinwüchsiger blieben.Über Jahrhunderte schmückte die Lilienblütige Magnolie chinesische und japanische Gärten, ehe sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch in Europa auftauchte.

Probleme gab es anfangs mit der Nomenklatur, denn die erste botanische Beschreibung erfolgte nach einer Abbildung. Auf Grund dieser eher künstlerischen als botanischen Darstellung erhielt sie 1779 den Namen Lassonia quinquepetala. Abgesehen davon, dass der Gattungsname ein Fantasieprodukt ist, bezieht sich der Artname auf fünf Blütenblätter. Dagegen besitzt Mu-lan zwischen sechs und zwölf Blütenblätter. So gehört heute dieser Artname, aber auch andere frühere Bezeichnungen wie Magnolia discolor oder Magnolia purpurea zu den ungültigen Namen. Irreführend ist außerdem die häufig verwendete Benennung als Magnolia-Soulangiana-Hybride ,Nigra‘. Erst seit 1987 ist der Name Magnolia liliiflora allgemein gültig und in der Literatur allein vertreten.

Weniger die reine Art, sondern attraktive Sorten gehören zum derzeitigen Sortiment dieser Magnolie, das mit Blütenfarben von Hellrosa bis intensiv Weinrot, ja fast Schwarzrot aufwarten kann. Ein weiterer Vorteil ist das langsame und kompakte Wachstum, wodurch selbst sehr alte Pflanzen eine Höhe von drei Metern kaum überschreiten und daher auch für kleinere Gärten ideal sind. Am häufigsten ist die Sorte ,Nigra‘ in den Gärten anzutreffen, die bereits 1861 aus Japan eingeführt wurde. Mit der Laubentfaltung öffnen sich die großen, fast zwölf Zentimeter langen, kelchförmigen Blüten bei günstiger Witterung bereits ab Ende April. Sie sind außen dunkelpurpurrot und innen rosaweiß gefärbt und schmücken die Pflanze fast zwei Monate lang, denn immer wieder entfalten sich aus den schmalen Knospen neue Blüten. Weitere empfehlenswerte Sorten sind ,Darkest Purple‘ und ,Holland Red‘, beide mit tief purpurroter Färbung und einem angenehmen Duft.

Rosa Farbtöne herrschen bei Züchtungen vor, die in den 50er Jahren in den USA durch Kreuzung von Magnolia liliiflora – mit Magnolia stellata-Sorten entstanden sind und als „Kosar-Hybriden“ bezeichnet werden. Die Pflanzen blühen ab Mitte Mai und bilden kompakte Büsche von zwei bis drei Metern Höhe. Empfehlenswerte Sorten sind ,Pinkie‘ mit Blüten von 12 bis 18 ZentimeternDurchmesser und ,Betty‘ mit fast zwanzig Zentimeter großen Blüten. Ende des 20. Jahrhunderts gewannen Multihybrid-Magnolien an Bedeutung. Hierzu gehören die Sorten des kalifornischen Züchters Todd Gresham, die als Gresham-Hybriden bezeichnet werden und in Form und Farbe der Blüten der Magnolia liliiflora nahe stehen. Herausragende Sorten sind unter anderem ,Joe McDaniel‘ mit großen, tief purpurnen Blüten, ,Heaven Scent‘ mit einer besonders schönen Blüten in Rosarot sowie die Sorte ,Peter Smithers‘ mit Blüten in Purpurrosa.

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