Immobilien : Florida-Immobilien gibt es zum Schnäppchenpreis Immer mehr Deutsche investieren in den USA.

Vor dem Kauf gilt es, sich gut zu informieren.

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Dass Florida das US-amerikanische Rentnerparadies ist, dürfte hierzulande bekannt sein. In den vergangenen Jahren haben aber auch immer mehr Deutsche den Immobilienmarkt im Süden der USA als Investitionsmöglichkeit entdeckt. Denn seit dem Beginn der Immobilienkrise 2006 sind die Preise für Wohnungen und Häuser stetig gesunken; aktuell liegen die Preise für Einfamilienhäuser um 50 Prozent unter den ursprünglichen Werten, der Preisindex in Florida ist auf dem Stand von 2002. Das noch immer gute Kaufkraftverhältnis des Euro zum US-Dollar tut sein Übriges.

Wintermüde Bundesbürger, die über den Kauf einer Immobilie in Florida nachdenken, sollten nicht allzu lange zögern: Auf die Frage, wann der richtige Moment gekommen sei, gibt es derzeit von vielen Experten eine Antwort: „Jetzt.“ Die Preise sind günstig wie nie – aber werden es nicht mehr lange bleiben. Vieles deutet darauf hin, dass es aufwärts geht mit der Branche – und den Preisen.

So lässt das wichtigste Immobilienmarktbarometer in den USA, der Case Shiller Index, auf eine „langsame und maßvolle Erholung“ der Preise schließen, wie es in Fachkreisen heißt. Der NAHB-Index (National Association of Home Builders) stützt sich auf monatliche Umfragen bei Bauunternehmen – und macht allen Beteiligten Mut: Es geht wieder aufwärts auf dem Bausektor. Die übrigen Indices stützen diese Ansicht.

Gerade weil die Preise so niedrig sind, werden sie zwangsläufig wieder steigen: Die Nachfrage zieht an – Häuser sind für US-Bürger wieder erschwinglich geworden. Die Mieten in den USA sind immens hoch, im Eigentum lebt es sich preiswerter.

Den besten Schnitt machen Immobilienkäufer derzeit an der Golfküste, wo in den vergangenen zehn Jahren ganze Stadtteile auf Neubauflächen entwickelt worden sind: in der Gegend von Cape Coral, Fort Myers und vor allem in Napels, dem Treffpunkt der Floridadeutschen. In Napels im Collier County sind sogar die Parkautomaten außer auf Englisch und Spanisch auch auf Deutsch beschriftet, begrüßt wird in vielen Geschäften mit einem freundlichen „Guten Morgen“. Rund 250 000 Deutsche haben bereits in Florida ihren Wohnsitz.

Bei der Suche nach einem Objekt kann es hilfreich sein, sich an einen deutschsprachigen Makler zu halten – nicht nur der Sprache wegen. Man spart sich viele Besichtigungen, wenn der Makler die besonderen Wünsche der Kundschaft kennt: Leichtbauten fallen schon beim ersten Ansehen durch – die Deutschen wünschen möglichst Solides.

Deutschsprachige Makler können Interessenten über Suchmaschinen im Internet finden; jedoch lohnt ein genauer Blick, denn viele Seiten sind nicht mehr aktuell. Vielen Deutschen sind auch die Unterschiede zwischen „Agenten“ und „Brokern“ nicht bekannt. Real Estate Broker sind umfassend qualifiziert, staatlich lizenziert und unterliegen treuhänderischen Pflichten sowie einem Verhaltenskodex – sie sind die erste Wahl.

Wolfgang Schwarz ist deutschstämmiger Broker mit Büros in Miami und an der Golfküste in Cape Coral. Er kennt auch die Fußangeln, die Kaufinteressenten oft übersehen: Bei vielen Immobilien in größeren Anlagen, insbesondere wenn es sich um Notverkäufe handelt, kann sich der Beitrag zur „Homeowners’ Association“ (eine Art Wohngeld) summiert haben – das können etliche tausend Dollar sein. Oder die Grundsteuer ist noch offen. Ein Makler kann seinem Kunden schnell Klarheit verschaffen. Er weiß auch, dass Ortansässige deutlich weniger Steuern zahlen müssen als Hausbesitzer aus Europa. „Es sei denn, sie haben eine Greencard oder einen US-Pass“, sagt Schwarz.

Die günstigen Immobilien sind meist Weiterverkäufe nach geplatzten Finanzierungen. Meist handelt es sich um sogenannte Jingle Mails, Short Sales und Foreclosures. Anders als in Deutschland und den meisten europäischen Ländern haftet ein amerikanischer Hauskäufer nicht persönlich für den Hypothekenkredit – die Immobilie allein dient als Sicherheit. Kann ein Besitzer einen Kredit nicht mehr bedienen, kann er seine Hausschlüssel in einem Briefumschlag an seine Bank zurückschicken (Jingle Mail) – er ist dann sein Haus los, aber auch seine Schulden.

Die Kreditinstitute geben solche Objekte in der Regel sofort an Immobilienmakler zur Vermarktung weiter – als „Short Sale“. Das Haus in 2135 SW 15th Terrace in Cape Coral ist so ein Fall: Baujahr 2007, vier Zimmer, zwei Bäder, Echtholzküche, Klimaanlage, Doppelgarage, knapp 200 Quadratmeter Land. Man kann der Bank über den Makler auch weniger bieten als die geforderten 99 000 US-Dollar. Oft akzeptieren das die Kreditinstitute, um Belastungen loszuwerden. Denn die schlechteste Möglichkeit, ein Haus abzusetzen, wäre „Foreclosure“ – die Zwangsvollstreckung.

Wolfgang Schwarz kennt die Besonderheiten der deutschen Kundschaft. „Sie überlegen immer sehr lange. Das dauert“, sagt er. In Deutschland ist ein Hauskauf eben eine Lebensaufgabe – in den USA eher etwas schnell zu Entscheidendes wie ein Autokauf. Schwarz sieht, im Einklang mit den Indexagenturen, wohin der Trend in Florida geht. Kaufwillige sollten nicht zu lange überlegen, denn: „Die Preise für Immobilien in Florida ziehen an.“ Sein Kauftipp: „Jetzt.“

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