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Förderprogramm für Gebäudesanierung : Ein Propfen auf den kalten Stein

22.12.2012 00:00 UhrVon Georg Ismar

Hausbesitzer sollen mit Zuschüssen von bis zu 5000 Euro zur besseren Gebäudedämmung angeregt werden.

Die steigenden Stromkosten werden gerne benutzt, um die Energiewende in ein schlechtes Licht zu rücken. Unbeachtet bleibt oft, dass die Bürger den Löwenanteil der Energieausgaben nicht für die Förderung von Solar- und Windstrom bezahlen, sondern meistens für Gas und Öl. Jeder, der an diesen kalten Wintertagen in einem nur mäßig gedämmten Wohnzimmer sitzt, merkt das bei den Heizkosten. Das Kabinett will daher mit einem weiteren Förderprogramm energetische Gebäudesanierungen attraktiver machen – doch es steht auf wackligen Beinen.

Warum wird diesem Bereich so große Bedeutung beigemessen? Weil das auf Dauer Heizkosten senken kann und die Energiewende für die Bürger mittelfristig günstiger macht.

Das Potenzial ist enorm: Laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen entfielen 2011 hierzulande rund 31 Prozent des Endenergieverbrauchs auf Heizwärme, Warmwasser und Klimakälte. 65 Prozent der Fassaden gelten als schlecht gedämmt, 60 Prozent der Fenster als schlecht isoliert. Ein von der Regierung bestelltes Expertengremium betont, beim Energiesparen gerade in den 18 Millionen deutschen Gebäuden müsse dringend mehr passieren.

Was genau ist geplant?

Eigentlich war ein Steuerbonus mit Abschreibungsmöglichkeiten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bis 2016 geplant. Doch weil Bund und Länder sich nicht über die Verteilung der Ausfälle einigen konnten, will der Bund nun mit einem eigenen Zuschussprogramm vorpreschen.

Denn vom selbst erklärten Ziel, die energetische Sanierungsrate von ein auf zwei Prozent jährlich zu verdoppeln, ist Deutschland derzeit weit entfernt. Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) betont, das zudem jeder Förder-Euro bis zu 12 Euro an Investitionen auslöse und besonders das Handwerk Nutznießer sei. Durch die seit 2006 erfolgten Sanierungen würden inzwischen jährlich rund sechs Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Förderung

Wie viel Geld will Merkel in die Hand nehmen?

Der Bund will über acht Jahre ein Zuschussprogramm in Höhe von jährlich 300 Millionen Euro auflegen. Insgesamt sollen 2,4 Milliarden Euro fließen. Anträge können wahrscheinlich schon ab Anfang 2013 über die bundeseigene KfW-Bank gestellt werden. Unabhängig davon gibt es bereits ein Programm der KfW mit zinsgünstigen Darlehen – das jährliche Volumen beträgt 1,5 Milliarden Euro, so dass die Fördermittel für 2013 nun auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro anwachsen werden. Wichtig ist eine Beratung, welches Programm am besten für die jeweilige Maßnahme passt.

Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Heizungen und Fenstern oder eine Dämmung der Gebäudehülle sollen mit zehn Prozent der Investitionssumme bezuschusst werden. Maximal sollen 5000 statt bisher 3750 Euro als Zuschuss fließen. Wird ein Gebäude im Zuge einer umfassenden Sanierung auf den Standard „Effizienzhaus 55“ (weniger als 40 Kilowattstunden jährlicher Energieverbrauch je Quadratmeter) gebracht, können 18 750 Euro aus dem neuen Programm fließen.

Womit müssen Mieter rechnen?

Vor Kurzem hatte der Bundestag den Weg frei gemacht, damit Vermieter mehr als bisher energetisch sanieren. Bei solchen Maßnahmen dürfen Mieter – sofern die Länder zustimmen – ab März oder April 2013 auch bei Lärm und Dreck drei Monate lang die Miete nicht mehr mindern. Mieter sollten genau schauen, was von den Sanierungskosten auf die Miete aufgeschlagen wird. Maximal elf Prozent der Kosten dürfen auf die Jahresmiete umgelegt werden.

Zugleich könnten Mieter durch geringere Nebenkosten von mehr Dämmung profitieren. Denn für eine 70-Quadratmeter-Wohnung, die mit Öl beheizt wird, betragen die Kosten laut Mieterbund 2012 bereits 980 Euro – 90 Euro mehr als 2011. Ist die Finanzierung des neuen Programms dauerhaft gesichert? Das ist der große Haken. Die meisten Mittel kommen aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung. Dieser speist sich vor allem aus den Einnahmen des EU-Handels mit den CO2-Verschmutzungsrechten. Die Preise für Zertifikate sind aber eingebrochen. (dpa)

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