HUMBOLDTHAFEN HISTORISCH : Erst Verkehrsknotenpunkt, dann Stadtrand

Von 1848 bis 1859 wurde der Berlin- Spandauer Schifffahrtskanal erbaut.

An einer Abzweigung aus der Spree legte man 1857–1859 nach Plänen von Peter Josef Lenné den Humboldthafen an. Am nördlichen Hafenkopf, unmittelbar an der Invalidenstraße, wurde ein Schmuckpark angelegt.

1868 begann der Bau der Stammbahn Berlin-Lehrte, die in den Kopfbahnhof „Lehrter Bahnhof“ mündete. Mit der Inbetriebnahme der Berliner Stadtbahn und der Eröffnung des Lehrter Stadtbahnhofes 1882 erlangte das Gebiet insbesondere als Verkehrsknotenpunkt eine stadtpolitische Bedeutung. Das gesamte unmittelbare westliche und nördliche Umfeld des Humboldthafens war für Bahnbetriebszwecke in Anspruch genommen. Der Humboldthafen hatte eine direkte Verbindung zu den Güterbahnhöfen des Hamburger und des Lehrter Bahnhofs und zum Neuen Packhof.

1891/92 erhielt der Kanal Steilufer, so dass er die größeren „Plauermaß-Schiffe“ aufnehmen konnte.

1910/16 erhielt der Humboldthafen neben dem trichterförmigen Hafenbecken mit einer Wasserfläche von circa 33 500 qm Freilagerstätten und eine eingeschossige Lagerhalle für den Güterumschlag. Um 1900 befand sich hier die einzige öffentliche Umschlagstelle Berlins.

Durch Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bis 1945 und die Teilung der Stadt 1961 – die Grenze verlief am Westufer des Humboldthafens – büßte der Standort seinen Stellenwert ein und geriet in eine Stadtrandsituation. Bü.

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