Immobilien : Im Habitus Wildstauden geblieben

Flockenblumen eignen sich hauptsächlich als Bepflanzung für einen naturnahen Garten

Tassilo Wengel

Flockenblumen (Centaurea) sind in ihrem Erscheinungsbild Wildstauden geblieben. Am besten passen sie daher in einen naturnahen Garten. Rund 500 Arten zählt diese Gattung, die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört. Flockenblumen sind von Europa bis Asien, aber auch in Nordamerika verbreitet. Ihr botanischer Name leitet sich von Kentaurus = Zentaur ab, einem Fabelwesen aus der griechischen Sage, halb Mensch, halb Tier, der mit den Blättern der Staude Wunden geheilt haben soll.

Durch ihre unterschiedlichen Wuchshöhen schmücken Flockenblumen die verschiedensten Standorte im Garten. Einige Arten wirken besonders dekorativ an sonnigen Gehölzrändern, etwa entlang von Hecken oder vor großen Blütengehölzen, andere sind als Staudenbeetpflanzen geeignet und die zierlichen Arten finden als Randbepflanzung oder im Steingarten Verwendung.

Zweiter Flor im Spätsommer

Fein gegliederte blaue Blüten, die in der Form an Kornblumen erinnern, kennzeichnen die Bergflockenblume (Centaurea montana). Sie erscheinen im Mai und Juni und verbreiten einen zarten Duft. Mit kurzen Ausläufern bildet die Bergflockenblume, die eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern erreicht, bald dichte Kolonien. Denn ihre Samen keimen leicht, und die Pflanze breitet sich schnell aus. Neben der blau blühenden Wildart, deren natürliche Verbreitungsgebiete die Pyrenäen, die Alpen und die Gebirge der Balkanhalbinsel sind, gibt es auch Sorten mit dunkelvioletten (,Violetta‘), rosa (,Rosea‘) und weißen (,Alba‘) Blüten. Große blaue Blüten zeigt auch die 40 Zentimeter Höhe erreichende Sorte ,Grandiflora‘. Schneidet man sie nach der Blüte zurück, ist ein zweiter Flor im Spätsommer zu erwarten.

Das gilt auch für die heimische Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), die im Juni und Juli auf etwa 40 Zentimeter hohen Stängeln purpurviolette Blüten trägt. Auch bei dieser Art ist von September bis zum Frost ein zweiter, wenn auch etwas schwächerer Flor zu erwarten.

Sehr schöne rosafarbene Blüten, die sich von Juni bis September entfalten, sind das Merkmal der Purpur-Flockenblume (Centaurea dealbata). Besonders farbenkräftig ist der Flor bei der Sorte ,Steenbergii‘, die gut verzweigte Stängel von etwa 60 bis 80 Zentimeter Höhe bilden. Ähnlich gefärbt sind die Blüten von Centaurea hypoleuca ,John Coutts‘, die von Juli bis Oktober erscheinen.

Während die genannten Flockenblumen am besten vor sonnigen Gehölzrändern zur Geltung kommen, eignen sich einige Arten vor allem für Staudenbeete. Es sind prachtvolle Pflanzen, die in Gemeinschaft mit anderen Staudenarten, aber auch einzeln stehend, ihre Wirkung nicht verfehlen. Das gilt zum Beispiel für die Rapunzel-Flockenblume (Centaurea rhapontica). Sie trägt auf etwa 180 Zentimeter hohen Schäften große runde, oben zugespitzte Knospen mit glänzend silbrigen Schuppen. Im Juli / August drängen sich aus der Spitze die lilarosafarbenen Blüten.

Empfehlenswerte Begleitpflanzen können gelb blühende Arten wie die hohen Nachtkerzen (Oenothera) sein. Auch das Gelbe Helmkraut (Scutellaria orientalis), um den Fuß gepflanzt, ist eine dekorative Ergänzung. Interessante Effekte ergeben sich mit dem Schleierkraut (Gypsophila paniculata), dessen duftigen Blütenstände in Weiß oder Rosa die strenge Erscheinung der Rapunzel-Flockenblume auflockern.

Wer gelb blühende Flockenblumen sucht, findet sie vor allem in der äußerst attraktiven Kaukasus-Flockenblume (Centaurea macropcephala). Diese sehr ornamentale Pflanze wird über einen Meter hoch und schmückt sich von Juni bis August mit bis zu zehn Zentimeter großen, runden Blütenköpfen. Sehr wirkungsvoll ist diese Art, wenn sie in Gemeinschaft mit blauem Rittersporn (Delphinium-Hybr.) verwendet wird. Etwas eleganter im Wuchs ist Centaurea glastifolia. Sie bildet auf 120 Zentimeter hohen Stängeln etwas kleinere, aber ebenfalls gelbe Blüten von Juni bis September.

Silbergraue Polster mit rosa Blüten

Die kleinsten Arten der Flockenblume sind besonders wirkungsvoll an den Rändern von Staudenbeeten. Sie lassen sich aber auch gut im Steingarten verwenden.

Nur etwa 20 Zentimeter hoch wird die Silber-Flockenblume (Centaurea bella), auch Schöne Flockenblume genannt. Ihre feinen rosafarbenen Blüten erheben sich von Juni bis Juli über den silbergrauen Polstern. Zur gleichen Zeit entfaltet auch die zierliche Armenische Flockenblume (Centaurea simplicaulis) ihre hellrosafarbenen Blüten über einem Teppich aus fein gefiederten, silbergrauen Blättern.

Fast 40 Zentimeter Höhe erreichen die Blütenstängel der Silber-Flockenblume (Centaurea pulcherrima), die mit zahlreichen Blüten in reinem Rosa versehen sind und ihre Pracht von Juni bis Juli entfalten. Die Blüten bilden einen schönen Kontrast zu dem spinnwebartigen, grauweiß behaarten Laub. Wer einen robusten, aber dennoch attraktiven Bodendecker sucht, sollte die Polster-Flockenblume (Centaurea incana) pflanzen. Sie bildet eine graue Fläche, über der sich in etwa 30 Zentimetern Höhe die rosafarbenen Blüten zeigen. Als Begleitpflanzen für diese niedrigen Arten empfehlen sich Blauminze (Nepeta x faasenii), die verschieden farbigen Sonnenröschen (Helianthemum-Hybr.) oder Ehrenpreis (Veronica).

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