Immobilien : Immer mehr Wohnungseigentümer

Vor zwanzig Jahren galt das Haus im Grünen als Inbegriff des Wohneigentums.

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Wohnungen sind erste Wahl von privaten Haushalten auf der Suche nach Immobilieneigentum. Dies ist das Ergebnis einer Studie der LBS. Ursache dafür sind nach Angaben der Verfasser die in der Vergangenheit stark gestiegenen Preise von Wohneigentum. Allenfalls in ländlichen Gebieten stehe beim Erwerb eigener vier Wände das Eigenheim im Grünen im Mittelpunkt.

Zahlen belegen nach Auffassung der Verfasser der Studie diese Annahme: In München lebten bereits 57 Prozent aller Immobilieneigentümer in einer Eigentumswohnung und nur eine Minderheit in einem Ein- oder Zweifamilienhaus. Auch in Stuttgart und Augsburg sei bereits die Hälfte der Haushalte auf der eigenen Etage zu Hause und nicht in einem Eigenheim.

Dieses Ergebnis der Umfrage sei auch deshalb bemerkenswert, weil erst seit dem Jahr 1951 überhaupt die rechtliche Möglichkeit besteht, Wohneigentum in Mehrfamilienhäusern zu erwerben. In den letzten gut 50 Jahren seien dennoch bereits 3,4 Millionen Eigentumswohnungen entstanden. Dies entspreche zehn Prozent des Wohnungsbestandes insgesamt. Der größte Teil dieses privaten Immobilieneigentums seien nicht durch Aufteilung bestehender Altbauten geschaffen worden, sondern durch die Errichtung neuer Anlagen und dem Verkauf der einzelnen Wohnungen an private Haushalte.

Bemerkenswert ist ferner die Quote des selbst genutzten und an Dritte vermiete Wohnungen. Die starke Förderung der Immobilie als Kapitalanlage führte nach Angaben des LBS-Researchs im Westen der Republik dazu, dass die Mehrzahl der privaten Immobilien vermietet sind: 52 Prozent. In den neuen Ländern ist dieser Anteil sogar um sechs Prozent höher. Der Grund: In den neunziger Jahren konnten Anleger die Hälfte ihrer Immobilieninvestition im Osten innerhalb von wenigen Jahren von der Steuerschuld abziehen. Dies hatte einen Bauboom zur Folge, der inzwischen zu einem großen Überangebot an Wohnungen führte.

Auch der Preis von Wohnimmobilien beeinflusst nach Angaben der Forscher stark die Art der Nutzung von eigenen vier Wänden. So seien in München, das landesweit zu den teuersten Pflastern gerechnet wird, nur vierzig Prozent der eigenen Wohnungen von ihren Eigentümern bewohnt. Dagegen seien es in Bremen 60 Prozent.

Trotz der wachsenden Zahl von privaten Immobilieneigentümern ist der Studie zufolge Deutschland immer noch eine Mieterrepublik. Die Wohneigentumsquote betrage im Westen rund 43 Prozent, im Osten sogar nur 31 Prozent. Besonders gering liegt die Quote in Berlin, wo gerade mal elf Prozent aller Haushalte in eigenen vier Wänden leben. Damit ist die Hauptstadt das Schlusslicht unter den deutschen Metropolen.

Die niedrigen Mieten in der Stadt erklären das geringe Interesse an Wohneigentum nicht hinreichend, denn auch in der Bankenmetropole Frankfurt (Main), wo die Mieten deutlich höher liegen als in der Hauptstadt, verfügen nur 13 Prozent der Bewohner über eigene vier Wände. In München dagegen, wo die Mieten bundesweit an der Spitze liegen, leben rund 20 Prozent der Haushalte im Wohneigentum. Tsp

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