Ehrgeizige Projekte: Gartenstadt Karlshorst

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Karlshorst : Flugzeughallen zu Wohnraum
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Insgesamt entstehen in den 12 denkmalgeschützten Altbauten und drei Neubauten, 350 Wohnungen. 2080 Euro kostet hier der Quadratmeter und liegt damit deutlich über den vom IVD ermittelten Lichtenberger Mittelwert von 1300 Euro. Andererseits kann man in Karlshorst auch bis zu 2700 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung bezahlen – Tendenz steigend. Die Lage gilt nicht umsonst als heißer Tipp für Investoren und Eigennutzer.

„Das Angebot im Wohnpark wird sehr gut angenommen“, sagt Peter Pfeffer von Filor & Pfeffer Immobilienmanagement. „Alle Wohnungen sind verkauft, wobei im sanierten Altbau die Mehrheit für durchschnittlich 6,50 Euro kalt vermietet wird.“ In den Neubauten, die noch im ersten Quartal 2012 fertig werden sollen, werden dagegen vor allem Eigentümer einziehen. Für die Familien, die seit 2011 hier wohnen, heißt es derweil, geduldig mit den Unwegsamkeiten zu kämpfen, die das Leben auf einer Baustelle mit sich bringt. „Unsere Mieter sind sehr tolerant“, sagt Pfeffer und freut sich auf den Tag, an dem dann alles fertig ist.

Um die ehemalige Pionierschule herum ist ein weiteres ehrgeiziges Projekt geplant: die „Gartenstadt Karlshorst“, deren Konzept aus der Feder von Architekt Klaus Theo Brenner stammt. Das Bauplanverfahren für das Projekt auf dem einstigen Militärgelände zwischen Zwieseler Straße, Köpenicker Allee und dem Naturschutzgebiet Biesenhorster Sand soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. „Wir rechnen Mitte des Jahres mit dem Baubeginn für den ersten Bauabschnitt nördlich des Wohnparks“, sagt Klaus Güttler-Lindemann, Leiter des Stadtplanungsamts Lichtenberg.

Insgesamt habe das weitläufige Areal das Potenzial für circa 500 neue Wohneinheiten, wobei im ersten Schritt zehn Häuser mit rund 100 Wohnungen realisiert werden. Der südliche Teil müsse erst noch als Wohngebiet erschlossen werden. „Dazu gehört auch, dass wir eine Lösung für das Gewerbe an der Köpenicker Allee finden“, so Güttler-Lindemann.

Im Gegensatz zur Siedlung „Carlsgarten“ hat sich der Bezirk gemeinsam mit dem Investor, der WPK Grundstücksentwicklungsgesellschaft, hier bewusst für ein geschlossenes, städtebauliches Konzept mit hohem Qualitätsanspruch entschieden. „Das Deutsch-Russische Museum bildet als Baudenkmal die Mitte der Gartenstadt“, erläutert Architekt Brenner, „es werden auch die Flugzeughallen im südlichen Abschnitt einbezogen und zu Wohnungen ausgebaut.“ Außerdem wird die Gartenstadt mit ihrer modernen Interpretation klassischer Formen und in ihrer harmonischen Struktur im Neubau an das bestehende Villenquartier angebunden, während sie gleichzeitig von der direkten Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet profitiert. Damit gewinnt das Wohnungsangebot in Karlshorst in den kommenden Jahren nicht nur räumlich und preislich, sondern auch architektonisch und ästhetisch an Vielfalt.

Vom 23. Januar bis zum 23. Februar wird der Entwurf des Bebauungsplanes für den ersten Bauabschnitt der „Gartenstadt Karlshorst“ samt Begründung und Umweltbericht im Bezirksamt Lichtenberg öffentlich ausliegen. Außerdem findet am 9. Februar um 19 Uhr im Deutsch-Russischen Museum in der Zwieseler Straße 4 eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben statt.

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