Immobilien : Krokusse bringen den Frühling

Doch an den Sorten und Formen der Gartenklassiker scheiden sich oftmals die Geister

Helga Panten

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erscheinen die Krokusse wie aus dem Nichts. Wo gerade noch Leere herrschte, leuchten sie plötzlich in Gelb, Blau, Violett und Weiß. „Der Frühling kommt“, ist ihre Botschaft, auch wenn die nächste Wolke möglicherweise schon wieder Graupelschauer bringt.

Krokusse gehören zu den Gartenklassikern. Kaum ein Gartenbesitzer möchte auf die unkomplizierten Frühlingsboten verzichten. Nur an den Sorten und Formen scheiden sich die Geister. Für viele Gärtner sind die großblumigen Gartenkrokusse, auch Holländische Krokusse genannt, die erste Wahl. Andere bevorzugen die kleineren botanischen Krokusse wie den Ankara-Krokus (Crocus ancyrensis) oder den Dalmatiner Krokus (Crocus tommasinianus), die einen zarten farbigen Schleier über den Garten legen. Wieder andere entscheiden sich für die zierlichen Crocus-chrysanthus-Sorten, die ein ebenfalls ein buntes Farbenspiel bieten.

Wer es ganz geschickt macht, kombiniert. Denn die kleinen Krokusse blühen als Erste im Jahr, die großen folgen später. Den Auftakt macht der Ankara-Krokus, meist vertreten durch die Sorte ,Golden Bunch‘. Mit etwas Glück erscheint der gelbe Krokus bereits im Februar. Wenig später öffnet auch der Kleine Krokus (Crocus chrysanthus) seine Blüten. Neben einfarbigen Sorten wie die goldgelbe ,Dorothy‘ zeigen viele der Chrysantha-Krokusse eine typische fedrige Zeichnung. Anschließend beginnt der Dalmatiner-Krokus zu blühen. Er breitet sich gern aus, sofern ihm der Standort behagt. Schon die Wildart umfasst verschiedene Farbtöne. Noch intensiver strahlen die im Handel angebotenen Sorten wie ,Ruby Giant‘, ,Whitewell Purple‘ oder ,Albus‘. Neben dem elfenhaften Crocus tommasinianus wirken die dicken Gartenkrokusse wie bunte Ostereier. Mit großen runden Köpfen wenden sie sich zur Sonne. Der blassviolette Frühlingskrokus – Crocus vernus – aus den Alpen und den Pyrenäen war ihr Vorfahre. Aus ihm entstanden Sorten wie die zartviolette ,Pickwick‘, die dunkelviolette ,Flower Record‘ oder die weiße ,Jeanne d’Arc‘. Crocus-vernus-Gruppe heißt es daher heute, wenn Gartenkrokusse in Blau, Violett oder Weiß auftauchen. Die meisten Kataloge vereinnahmen darunter auch die großblumigen gelben Sorten wie ,Golden Mammoth‘ oder ,Golden Yellow‘. Sie stammen aber vom Goldkrokus, Crocus flavus, ab und werden korrekt in der Crocus-flavus-Gruppe zusammengefasst. Im Garten kommen sie dann zusammen. Damit es nicht zu bunt wird, sollte der Gärtner behutsam dosieren. Profi-Mischungen setzen sich meist aus 50 Prozent blau und violett, 20 Prozent violett gestreift, zehn Prozent weiß und 20 Prozent gelb blühenden Sorten zusammen.

Am besten werden die Knollen in lockeren Tuffs zusammengesetzt. Mit dem Verblühen der dicken Gartenkrokusse heißt es Abschied nehmen. Noch ein paar Wochen lang erinnern die grasähnlichen Blätter an sie. Sind sie verschwunden, reift unter der Erde die nächste Krokus-Generation heran.

Im September legen die herbstblühenden Krokusse ein Intermezzo ein. Der Echte Safran (Crocus sativus) ist einer von ihnen. Aber andere, wie Crocus speciosus und Crocus kotschyanus, kommen mit unserem Klima besser zurecht. Humusreicher Sandboden ist den Herbstkrokussen am liebsten. Die Frühlingsarten nehmen dagegen mit jedem gut durchlässigen Gartenboden vorlieb. dpa/gms

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