Lagerfeuer & Co: Was in Berlin erlaubt ist : Harte Schale – heißer Kern

Der Mensch ist seit jeher von den Flammen fasziniert. Doch was schreiben die Gesetze zum sicheren Betrieb von Feuerschalen und Lagerfeuern vor?

Christine Siedler
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Dieser Hexenmeister verzaubert jede Gartenparty – vorausgesetzt, jemand hat stets ein Auge auf sein Treiben.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Dieser Hexenmeister verzaubert jede Gartenparty – vorausgesetzt, jemand hat stets ein...www.inselfeuer.de

Ob bei strahlender Nachmittagssonne oder bei nächtlichem Mondschein – im Sommer zieht es die Menschen ins Freie. Da werden tagsüber Grünanlagen und Parks bevölkert. Und abends lockt oft ein besonderes „Highlight“ – wenn im heimischen Garten oder auf dem Balkon ein kleines Lagerfeuer entzündet wird. Ist das überhaupt erlaubt? Handelsübliche Feuerschalen erreichen schließlich schon einmal den Durchmesser eines Lkw-Reifens. Dürfen sie tatsächlich überall benutzt werden?

Lodernde Flammen haben immer etwas Faszinierendes. Ganz egal, ob ein klassisches Lagerfeuer abgebrannt wird oder die Flammen aus einer Feuerschale schlagen. Feuer besticht durch eine ganz besondere Atmosphäre, wie auch die Psychotherapeutin Charlotte Jennings weiß: „Das zentriert uns“. Der Blick in die Flammen stelle eine ursprüngliche Form von Meditieren dar, sagt Jennings, die als Naturcoach im niedersächsischen Rinteln arbeitet. „Man kann darin eintauchen.“

Wer seine Sinne darauf ausrichte, komme in eine Art Trance und entspanne in einem hypnoseähnlichen Zustand. Wer nebeneinander an einer Feuerstelle sitzt und gemeinsam den Blick ins Feuer richtet, kommt leichter ins Gespräch. Ähnliches beobachtet die Psychotherapeutin, wenn sie mit ihren Klienten im Wald spazieren geht. „Wir laufen nebeneinander und richten den Blick woanders hin – das öffnet, man ist mehr im Inneren und kommt zu sich.“ Dieses Nebeneinander vertieft den Austausch. Kein Wunder also, dass „Wohlfühlgespräche“ im Feuerschein die Seele erwärmen.

Die Rechtslage von Lagerfeuern ist auch den Behörden nicht ganz klar

Die Legalität des eigenen Handelns kann dabei schon mal in den Schatten rücken: Lagerfeuer gehören schließlich zum sommerlichen Alltag. Es gehört zur Selbstvorsorge, mit ihnen umsichtig umzugehen.

Wer sich dann doch einmal entschließt, die rechtlichen Grundlagen für ein Feuer im Freien mit eigenem Feuereifer abzugleichen, wird rasch enttäuscht. Ob Feuerschalen tatsächlich auch auf dem Balkon und Lagerfeuer jederzeit auf dem eigenen Grundstück entfacht werden dürfen, scheint selbst für verschiedene Behörden nicht ganz klar zu sein. Die Informationsseiten des Landes Berlin haben da mit Blick auf Lagerfeuer einige Ansprechpartner zu bieten. Fragen wir einmal nach.

Bernd Bruckmoser von der Berliner Feuerwehr sagt auf Anfrage, dass es kaum Einschränkungen für den Gebrauch von Feuerkörben, Feuerschalen oder Schwedenfeuern aus eingekerbten Baumstämmen gebe. Auch das Entfachen eines klassischen Lagerfeuers würde nur durch wenige Bestimmungen eingegrenzt. Selbst das Entzünden einer Feuerschale mit dem Durchmesser von 80 Zentimetern auf einem „Ein-Meter-Balkon“ sei von Gesetzes wegen erlaubt, gibt die Berliner Feuerwehr zu Protokoll: „Kann dann aber die Hauswand abfackeln.“

Wer zündet, haftet

Lediglich entsprechende Hausordnungen brächten Einschränkungen, so zum Beispiel in Kleingartenkolonien. Diese sollten vor dem Entfachen eines Feuers in Erfahrung gebracht werden, rät Bruckmoser. Natürlich müsse immer auf den Brandschutz geachtet werden. Jeder, der ein Feuer entzünde oder betreibe, sei auch dafür verantwortlich und hafte für eventuelle Brandschäden.

Zudem sollte eine erwachsene Aufsichtsperson anwesend sein. Zum Eindämmen eines entstehenden Brandes sollten ausreichende und geeignete Löschmittel oder Löschgeräte bereitstehen. Das Feuer sollte außerdem bei einer Beeinträchtigung der Umgebung durch Rauchentwicklung gelöscht werden.

Eine gesetzliche Einschränkung für Lagerfeuer im öffentlichen Raum ist Marc Schulte, dem Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Ordnungsangelegenheiten (SPD) in Charlottenburg-Wilmersdorf, bekannt: In öffentlichen Institutionen, wie Parkanlagen oder Kleingartenanlagen, ist das Entfachen von Feuer „selbstverständlich nicht möglich“. Und sonst?

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben