Immobilien : Leasing-Modelle

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Nicht nur windige Geschäftemacher bedienen sich so genannter „LeasingModelle“. Unter dem Anglizismus Leasing – Deutsch: „mieten“ oder „pachten“ – fassen Finanzstrategen eine Vielzahl unterschiedlicher Manöver zusammen. Automobilhersteller bieten beispielsweise Leasing-Fahrzeuge an: Bei Übergabe des Wagens ist nur ein Bruchteil des Kaufpreises als Einmalzahlung fällig und in der folgenden Vertragslaufzeit eine monatliche Leasingrate. Nach zwei Jahren nimmt der Hersteller das Fahrzeug zurück. Will der Leasing-Nehmer den Wagen behalten, zahlt er dessen „Restwert“. Vorteile gegenüber dem kreditfinanzierten Erwerb von Fahrzeugen haben vor allem Firmen: Sie profitieren von Steuervorteilen. Eine andere Spielart des Leasings dient zur Kapitalbeschaffung. So hat sich auf dem Immobilien-Markt das so genannte „Sale-and-lease-back“ durchgesetzt. Hier verkauft ein Unternehmen sein Firmengelände, nutzt die Flächen aber weiter zu einem mit dem Käufer zuvor vereinbarten Mietpreis. Der Vorteil für den Verkäufer: Das Unternehmen macht Kasse und verschafft sich Liquidität. Der Nachteil: Das Büdget wird künftig durch die nun fällige Miete belastet. Auch die öffentliche Hand hat in den vergangenen Jahren häufiger auf Leasing-Modelle zurückgegriffen, um beispielsweise Kläranlagen zu finanzieren. Zunächst wurde diese Strategie als Entlastungsmaßnahme angesichts leerer Haushaltskassen gewürdigt. Doch ausgeklügelte Verträge zu Lasten der Öffentlichkeit sowie die Folgen des Leasings, die Verlagerung der Kosten auf künftige Haushalte, brachte Kritiker auf den Plan. ball

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