Immobilien : Leuchtende Blüten an zarten Stängeln

B. Zimmer / W.H.

DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind auf dem Gelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Freiland. Filigran im Wuchs, doch unübersehbar durch seine blaue Blütenfarbe leuchtet der Acker-Rittersporn (Consolida regalis) im „System der krautigen Pflanzen“ des Botanischen Gartens. Er ist dort bei der großen Familie der „Hahnenfußgewächse“ (Ranunculaceae) zu finden. Consolida regalis, auch Feld-Rittersporn genannt, ist die einzige von 40 Arten der Gattung Consolida, die auch bei uns heimisch ist. Doch durch den Einsatz von Herbiziden und die intensive Bodenkultivierung ist die wild wachsende Art selten geworden. Ein Grund mehr, den Acker-Rittersporn, als „Pflanze der Woche“ näher zu betrachten.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Consolida-Arten erstreckt sich vom Mittelmeer über Kleinasien bis nach Zentralasien. Er ist überall dort zu finden, wo Getreidefelder, Wegränder oder andere Standorte ihm einen warmen, basenreichen, meist kalkhaltigen Lehmboden bieten. Die meisten Arten kommen allerdings in den Steppengebieten Anatoliens vor. Dem Ordnungsprinzip des Botanischen Gartens entsprechend findet der Besucher Consolida regalis daher noch zusätzlich in der „Pflanzengeografischen Abteilung“ im Bereich des südosteuropäischen Steppengebietes. Beide Bereiche sind am besten vom Eingang Königin- Luise-Platz aus zu finden – vom „Italienischen Garten“ in Richtung Engler- Pavillon.

Der aufrecht wachsende Acker-Rittersporn kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Die langstieligen Blüten entwickeln sich von Mai bis August in rispigen Blütenständen. Sie sitzen an Stängeln, die oben verzweigt und mit kurzen, hakig gebogenen Haaren versehen sind. Die Blüte selbst besteht aus blauvioletten oder dunkelblauen, selten rosaroten oder weißen Kelchblättern. Das obere, hintere Kelchblatt bildet einen langen, hohlen Sporn. In ihm eingebettet, liegt ein aus zwei Kronblättern verwachsenes gesporntes, Nektar produzierendes Kronblatt. Solche Kronblätter werden auch als Nektarblätter bezeichnet. Nur Insekten mit einem mindestens 15 Millimeter langen Rüssel kommen als Bestäuber in Frage. Der blaue Farbstoff der Blüten wurde früher zum Färben von Wolle genutzt.

Seinen deutschen Namen erhielt der Rittersporn wegen seines langen Blütensporns. Der Gattungsname Consolida stammt vom lateinischen Wort consolidus (fest) ab, der Artname regalis bedeutet königlich. Viele Consolida-Arten wurden kultiviert. Sie eignen sich als anspruchslose Sommerblumen für sonnige Standorte im Garten. Die größeren Kultursorten sind langlebige Schnittblumen.

Familien mit Kindern sollten sich allerdings überlegen, ob sie überhaupt eine der kultivierten Gartenformen anpflanzen. Denn der Rittersporn enthält besonders in den Samen und Blättern giftige Alkaloide, die denen des Eisenhuts ähneln, allerdings nicht so stark in der Wirkung sind. Als Vergiftungserscheinungen können unter anderem Magen- und Hautreizungen, Bewegungsstörungen und Lähmungen des Atemzentrums auftreten.

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