Immobilien : Leuchtende Blüten und bunte Früchte

Zieräpfel sind sommergrüne Sträucher und Bäume. Ihr Wert liegt im dekorativen, nicht im wirtschaftlichen Bereich

Tassilo Wengel

Wer Apfelbäume im Garten pflanzt, wählt sie vor allem wegen der köstlichen Früchte aus. Willkommen ist sicher auch die Schatten spendende Wirkung der Gehölze. Und mit ihrer Blütenpracht im Mai sind sie ein Schmuck für jeden Garten.

Doch nicht jeder kann eine ertragreiche Apfelernte essen oder verarbeiten. Wer dennoch nicht auf die schönen Blüten verzichten möchte, dem bieten die so genannten Zierapfel-Bäume (Malus), eine Alternative. Die Farben der Blüten reichen von Weiß über Rosa bis zu dunklem Purpurrot. Vom Herbst bis in den Winter hinein ziehen die Bäume noch einmal die Blicke auf sich, denn dann schmücken sie sich mit unzähligen gelben oder roten Früchten.

Nicht nur der ästhetische Aspekt ist wertvoll, auch als Nahrungsquelle für kleine Säugetiere und viele Vögel sind die Früchte der Zieräpfel wichtig. Die beerenartigen Früchte werden gleich nach der Reife von Meisen, Finken und Drosseln verspeist, andere bleiben länger am Baum hängen und dienen als „eiserne Reserve“ für die Winterzeit.

Sträucher oder stattliche Kronen

Die Auswahl an Zierapfel-Sorten ist groß und reicht von strauchartig wachsenden Exemplaren für kleine Gärten, bis zu solchen mit stattlichen Kronen, die nur für große Gärten geeignet sind. Dazu gibt es Hängeformen und Sorten mit säulenförmigem Wuchs.

Schon in den Parkanlagen des 18. und 19. Jahrhunderts wurden gelegentlich Zieräpfel verwendet. Damals pflanzte man vor allem Wildarten aus China und Japan wie Beeren-Apfel (Malus baccata), Vielblütiger Apfel (Malus floribunda) oder Pracht-Apfel (Malus spectabilis), die zu prächtigen Bäumen oder großen Sträuchern heranwuchsen. Später kamen Hybriden wie Malus x purpurea oder Malus x atrosanguinea dazu. Schließlich konnten in Arboreten oder Parkanlagen durch natürliche Kreuzung untereinander entstandene Sorten ausgelesen werden, die inzwischen zum wertvollen Sortiment gehören.

Wer im Garten genügend Platz hat, kann Sorten mit großer breiter Krone auswählen. Hier ist Malus ,Hillieri‘ als Solitärgehölz im Rasen gut geeignet, ein etwa fünf Meter hoher Baum mit halbgefüllten, kräftig hellrosafarbigen Blüten. Sie entfalten sich Ende Mai bis Juni in üppiger Fülle entlang der Zweige, wo im Herbst die gelben Früchte weithin leuchten. Auch der Kronenapfel (Malus coronaria ,Charlottae‘) empfiehlt sich für große Gärten. Er bildet eine breite Krone und öffnet ebenfalls von Ende Mai bis Juni seine großen, drei bis vier Zentimeter Durchmesser erreichenden Blüten. Sie sind zartrosa gefärbt und duften leicht nach Veilchen. Die Früchte duften ebenfalls aromatisch, haben aber mit ihrer grünlichen Farbe keine besondere Fernwirkung. Dagegen zieht das prächtig orangerote Laub im Herbst die Blicke auf sich.

Für breite Pflanzstreifen in Gemeinschaft anderer Gehölze eignen sich Sorten, die als kleiner Baum oder Strauch wachsen. Dafür ist der drei bis vier Meter hohe Malus x purpurea ,Eleyi ‘zu empfehlen. Die einfachen Blüten öffnen sich bereits im April und sind dunkel purpurrot gefärbt, der Austrieb ist dunkelrot und auch die Früchte haben eine purpurrote Farbe. Sie bleiben bis Dezember besonders lange an der Pflanze. Sehr schön ist auch Malus x moerlandsii ,Liset‘, eine außerordentlich reich blühende Sorte. Sie entfaltet im Mai aus leuchtend roten Blütenknospen intensiv rosarot gefärbte Blüten und ist im Austrieb dunkelrot. Große rosaweiße Blüten bringt im Mai Malus ,Golden Hornet‘ hervor, ein kleiner Baum mit eiförmiger Krone. Ihnen folgen im September große tiefgelbe runde Früchte, die in Büscheln an der Pflanze bis Ende November hängen bleiben.

Hängende Sorten

Eine besondere Wirkung erzielt man mit Hängeformen, die auf kurze Stämme veredelt wurden. Sie lassen sich gut an Terrassen oder Sitzplätzen, auch im Eingangsbereich des Vorgartens platzieren. Sehr schön ist der Laubenzierapfel (Malus baccata ,Gracilis‘). Die Blüten sind in der Knospe hellrosa und im Mai in voller Blüte weiß. Von Ende Oktober an zieren die Pflanze rahmgelbe Früchte mit orangeroten Wangen. Auch die Sorten ,Cheals Weeping‘ (Blüten lilarot) und ,Ökonomierat Echtermeyer‘ (Blüten karminrot) sind empfehlenswerte Hängeformen. Säulenförmiger Wuchs zeichnet die Sorte ,Van Eseltine‘ aus, eine prächtige Pflanze, die am Hauseingang ebenso Verwendung finden kann wie am Sitzplatz. Die Blüten sind rosa, halbgefüllt und erscheinen im Mai.

Schließlich gibt es für besonders kleine Gärten den Toringo-Apfel (Malus toringo var. sargentii), ein schwach wachsender Strauch, der in zehn Jahren etwa einen Meter Höhe erreicht. Entlang der bogig überhängenden Zweige entfalten sich im Mai einfache, in Doldentrauben vereinte, reinweiße Blüten. Ihnen folgen im Herbst dunkelrote Früchte. Neben der Art ist die ebenfalls schwach wachsende Sorte ,Tina‘ im Handel, eine überaus reich blühende Sorte mit weißen Blüten.

Alle Zieräpfel gedeihen am besten an einem sonnigen Standort und benötigen für eine optimale Entwicklung tiefgründigen, durchlässigen und nährstoffreichen Gartenboden. Im Jugendstadium lässt sich durch den Schnitt die gewünschte Kronenform „erziehen“. Später genügt das Auslichten nach der Blüte, um zu dicht stehende Zweige zu entfernen. Damit gelangt mehr Luft und Sonne in die Krone. Das Auslichten ist auch eine vorbeugende Maßnahme gegen den Befall von Krankheiten und Schädlingen.

Besonders betroffen sind Zieräpfel von Schorfpilzen. Allerdings tritt die Infektion nicht in jedem Jahr im gleichen Umfang auf. Befallen werden zunächst die Blätter, sichtbar an olivgrünen Flecken auf der Oberseite, gelegentlich auch an der Unterseite. Auf den Früchten erkennt man den Befall an braunschwarzen, wolligen Flecken, die teilweise aufreißen. Beginnt der Zierapfel-Baum zu kümmern, hilft das Pflanzenschutzamt Berlin (70 00 06-0) mit fachmännischem Rat.

Im gegenwärtigen Sortiment gibt es einige Sorten, die nicht oder kaum schorfempfindlich sind. Das gilt beispielsweise für Malus ,Golden Hornet‘, Malus baccara ,Gracilis‘, Malus ,Liset‘ und den Toringo-Apfel.

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