Immobilien : Purpurrote Sonnenhüte

Mit anderen höheren Stauden kombiniert, sind sie ein Blickfang im herbstlichen Garten

Tassilo Wengel

Im herbstlichen Blütengarten gehören die Sonnenhüte zu den herausragenden Blumen. Allgemein bekannt und beliebt sind die gelb blühenden Arten und Sorten aus der Gattung Rudbeckia. Mit ihnen nahe verwandt und früher botanisch zu Rudbeckia gehörend, bilden die „Purpurroten Kegel-Sonnenhüte“ inzwischen die eigenständige Gattung Echinaceae. Man nennt die mehrjährigen Stauden in den USA auch „Coneflower“, was „Kegelblüte“ bedeutet. Dieser Name bezieht sich auf die markanten, hoch gewölbten Blütenköpfchen aus braunen Röhrenblüten. Sie werden von dekorativen Zungenblüten umgeben, die bei den Echinacea-Arten vorwiegend rot, rosa und weiß sind. Eine Ausnahme bildet nur Echinacea paradoxa, die mit leuchtend gelben, aprikot- oder orangefarbenen Blüten aus der Reihe fällt.

Die Gattung Echinacea gehört zu den Asterngewächsen (Asteraceae) und umfasst neun Arten. Sie wachsen an steinigen Berghängen, in Prärien und offenen Gehölzformationen und kommen vom südlichen Kanada bis in den mittleren und östlichen Teile der USA vor. In den mitteleuropäischen Gärten hat sich nur Echinacea purpurea etablieren können. Die Art siedelt in den feuchteren Bereichen der Prärien sowie in lichten Wäldern, wo sie je nach Feuchtigkeit und Nährstoffangebot 65 bis 165 Zentimeter hoch wird. Während die Grundblätter eiförmig bis leicht herzförmig sind, haben die oberen Stängelblätter eine lanzettliche bis eiförmig-lanzettliche Form. Die Strahlenblüten können einen Durchmesser bis etwa sieben Zentimeter erreichen, sind meist purpur- bis karminrot, selten blassrot oder weiß und entfalten sich von Juli bis Oktober.

Nicht immer fand die Art uneingeschränkten Anklang. Karl Foerster schrieb zum Beispiel in seinem Katalog 1930: „Rudbeckia purpurea ist so hässlich, dass sie schon fast wieder schön ist, bei raffinierter Benachbarung.“ Aus der Art entstanden im 20. Jahrhundert zunächst Farbsorten und Auslesen, später durch Kreuzung mit anderen Arten Hybriden. Diese Sorten haben sich inzwischen im Garten einen wichtigen Platz gesichert.

Von den zahlreichen rot blühenden Sorten ist ,The King‘ wohl die außergewöhnlichste. Ihre Blüten können einen Durchmesser bis 15 Zentimeter erreichen; aber das auffälligste Merkmal sind die sehr schmalen Zungenblüten. Wertvolle weitere Sorten mit waagerecht abstehenden Zungenblüten sind ,Abendsonne‘ (karminrot), ,Rubinstern‘ (purpur- bis rubinrot) und ,Magnus‘ (rosa bis karminrot). Recht wirkungsvoll und apart sind einige der weiß blühenden Sorten. ,Green Edge‘ trägt auf kräftigen, bis einen Meter hohen Stängeln große weiße Blüten, etwas niedriger ist mit 50 bis 70 Zentimeter Höhe ,White Swan‘, die manchmal auch als Echinacea purpurea ,Alba‘ angeboten wird.

Obwohl die Sorten des Purpurroten Kegel-Sonnenhutes in den Gärten bevorzugt verwendet werden, sind auch einige Wildarten durchaus empfehlenswert. Spezielle Staudengärtnereien bieten sie gelegentlich an.

Der Amerikanische Sonnenhut (Echinacea angustifolia) bildet 30 bis 60 Zentimeter hohe Stängel, die mit linealisch-lanzettlichen, behaarten Blättern besetzt sind. Von Juni bis Oktober entfalten sich die Blütenstände mit braunen, kegelförmigen Köpfchen und rosa- bis purpurrosafarbenen, abstehenden Zungenblüten.

Die Indianer Nordamerikas verwenden die Wurzel, aber auch die Blätter dieser Art schon lange zur Heilung von Wunden. Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass in der Pflanze vorhandene Inhaltsstoffe wie das Echinacin wirksam gegen Bakterien sind. In Form von Tropfen verabreicht, können Infektionskrankheiten abgewehrt werden.

Echinacea pallida ist mit 90 Zentimetern wesentlich höher. Die Blütenstände entfalten sich von Mai bis Juli und die braunen, kegelförmigen Hütchen werden von rosapurpurfarbenen bis fast weißen Zungenblüten umgeben, die allerdings nicht abstehen, sondern herabhängen.

Als Bewohner der Prärien wünschen diese Sonnenhüte viel Sonne, tolerieren auch noch lichten Schatten. Je schattiger der Standort ist, umso lockerer wird allerdings der Wuchs, und die Standfestigkeit der Pflanzen leidet. Auch die Reichblütigkeit lässt dann nach. Der Boden sollte nährstoffreich und durchlässig sein, denn Staunässe führt zu Fäulnis der Wurzeln. Als optimaler pH-Wert gilt ein neutraler Bereich von 6 bis 7. Ist der Boden zu sauer, kann er durch Zugabe von Lehm verbessert werden.

Nach drei bis vier Jahren sollten die Sonnenhüte aufgenommen und geteilt werden. Dabei empfiehlt es sich, den neuen Standort mit Komposterde und etwas Sand anzureichern, um ein zügiges Wachstum zu ermöglichen.

Verwendet wird der Purpurrote Sonnenhut vor allem auf dem Staudenbeet. Um eine ansprechende Wirkung zu erreichen, pflanzt man möglichst mehrere Exemplare im Abstand von 30 bis 50 Zentimetern zusammen. Passende Nachbarn sind andere höhere Stauden wie weiß blühende Sommermargariten (Chrysanthemum maximum), blaue Kugeldisteln (Echinops humilis) oder gelbe Sonnenhüte wie zum Beispiel Rudbeckia fulgida var. sullivantii ,Goldsturm‘. Auch die Indianernesseln (Monarda didyma) mit ihren Sorten sowie die Hohen Phloxe (Phlox paniculata) mit ihrem reichen Farbenspektrum eignen sich gut als Begleiter. Sehr schön sind als Nachbarn auch bizarre Schleierkräuter (Gypsophila paniculata) oder höhere Gräser wie Rasenschmiele (Deschampsia caespitosa) oder Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens).

Bezugsquellen. Werner Simon, Staudenweg 2, 97828 Marktheidenfeld, Telefon: 093 91/35 16; Friesland Staudengarten Uwe Knöpnadel, Husumer Weg 16, 26441 Jever, Telefon: 044 61/37 63.

Die Gattung umfasst neun Arten und gehört wie die nahe verwandte Gattung Rudbeckia zur Familie der Asterngewächse (Asteraceae). In mitteleuropäischen Gärten haben sich nur einige kultivierte Wildarten von Echinacea purpurea sowie deren Sorten etablieren können.

Die Arten, die als Heilpflanzen genutzt werden (E. purpurea, E. pallida, E. angustifolia) stammen ursprünglich alle aus dem Südwesten der USA. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Rohstoff aus Amerika knapp und man begann in Deutschland mit der Kultivierung von E. purpurea. 1938 kam das erste Produkt aus europäischem Anbau auf den Markt.

Die Heilwirkung der verschiedenen Inhaltsstoffe der Echinacea-Pflanze ist aus der indianischen Volksmedizin bekannt. Die Präparate werden zur Unterstützung der Wundheilung bei Verletzungen, Insektenstichen, Brandwunden und fiebrigen Erkrankungen eingesetzt. W.H.

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