Immobilien : Unkraut als Unruhestifter

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Es ist unter Grundstücksbesitzern fast schon eine weltanschauliche Frage, wie man dem Unkraut und den schädlichen Insekten im Garten am besten begegnet. Die einen schwören auf natürliche Bekämpfung oder gar auf gänzliche Anarchie, die anderen haben nichts gegen ein wenig Chemie einzuwenden. Welche Lösung auch immer gewählt wird - ein Nachbar darf dem anderen bei dessen speziellen Methoden nicht dreinreden. Dies habe das Landgericht München in einem Urteil festgestellt, berichtet der "Infodienst Recht und Steuern" der LBS. Die Richter hätten den Freiheitsrechten eines Chemie-Freundes größere Bedeutung eingeräumt als den Schutzbedürfnissen seines Nachbarn.

Dieser hatte nach Angaben des Infodienstes geklagt, weil sein Nachbar seiner Ansicht nach zu viele chemische Mittel einsetzte, um pflanzliche und tierische Schädlinge zu vertreiben. Vieles von diesen Giften würde auch auf sein eigenes Grundstück - beispielsweise durch Regen und Wind - vordringen, ohne dass er dies verhindern könne. Der Kläger war der Meinung, dass es auch schonendere Methoden zur Schädlingsbekämpfung geben müsse, der Einsatz von Chemie aber wenigstens auf ein Minimum einzuschränken sei. Bei Gesprächen unter den Beteiligten war zuvor keine Einigung zu erzielen gewesen.

Die Münchner Richter meinten, es sei allgemein anerkannt, dass die chemische Schädlingsbekämpfung zumindest eine vertretbare Lösung darstelle, berichtete der Infodienst. Dabei müssten die angewandten Mittel und die möglichen Auswirkungen auf das Nachbargrundstück in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Dies sei in dem vorliegenden Fall jedoch gewährleistet gewesen. (AZ: 31 S 14661/98). W.H.

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