Immobilien : Viele Erlebniswelten für Leipzigs City

MANFRED SCHULZE

Multiplex-Kinocenter sind gegenwärtig offenbar eine vielversprechende Investitionsmöglichkeit am ostdeutschen Immobilienmarkt, nachdem die jahrelang gewährten Steuersonderabschreibungen für Büro- und Wohnimmobilien nun ausgelaufen sind.Allein in Leipzig sind derzeit nicht weniger als drei Projekte im Stadtzentrum in der Diskussion, eines davon in den Burgplatzpassagen sogar bereits im Bau.Das aufwendigste Konzept kommt von der Cinemaxx-Gruppe.Sie will zusammen mit der Philips Project und der Krystallpalast AG ein riesiges Entertainment-Center unmittelbar östlich des gerade erst mit einer gigantischen Einkaufsmeile versehenen Hauptbahnhofes errichten, wo bis zur Kriegszerstörung der alte Krystallpalast stand.

Leipzigs Planungschef Engelbert Lütke Daldrup lobt das Projekt als "weiteren Baustein zur Belebung der Innenstadt".Doch vorerst muß er noch einen Streit mit der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft LWB ausfechten.Das Wohnungsunternehmen will ein marodes Hochhaus an der Wintergartenstraße mit einem Multiplexkino aufwerten - rund 100 Meter entfernt vom Standort des neuen Krystallpalastes.Das Projekt habe "nichts mit dem Kerngeschäft gemein, auf das sich das Unternehmen konzentrieren sollte", sagt Lütke Daldrup und hofft, daß die LWB die Finanzierung nicht bis zum Frühjahr zusammenbekommt.Dann hätte Cinemaxx Baurecht.

Das mit 200 Mill.DM veranschlagte und laut Ankündigung "größte und einzigartige City-Entertainment-Center" soll bis zum Herbst 2001 fertig werden.Neben neun Kinosälen entstehen auf insgesamt 64 000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche Läden, eine Eislaufbahn, Ausstellungsflächen, Restaurants sowie ein riesiger Fitneß- und Wellnessbereich.Allein die für Gastronomie genutzte Fläche soll 6000 Quadratmeter betragen.Pro Tag rechnen die Betreiber mit 10 000 Besuchern - rund drei Millionen im Jahr.Philips als Mitinvestor will darüberhinaus für "innovative Multimediatechnik auf allen Ebenen" sorgen.So wird das Haus komplett vernetzt, Satelliten-Einspielungen und Lasereffekte können dann auf allen Etagen Stimmung verbreiten.Die mögliche Konkurrenz gleich nebenan irritiert die Planer offenbar nicht.Leipzig könne durchaus zwei Multiplexkinos dieser Größe vertragen, sagt Cinemaxx-Sprecher Dirk Felsmann.Zudem seien Nutzung und Marketing auf einen Einzugsbereich von 150 Kilometer ausgerichtet."Die ausgezeichnete Lage unmittelbar am Bahnhof war für uns ausschlaggebend für die Entscheidung", so Felsmann.

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