Wirtschaft : Keinen Rabatt auf Aktien der Postbank Post-Chef Zumwinkel bleibt beim Preis hart

Bernd Hops

Berlin - Die Deutsche Post hat bis zuletzt an dem als zu hoch kritisierten Preis für die Aktien der Postbank festgehalten. Dabei hatte es am Donnerstag noch Gerüchte gegeben, der Konzern könne die Anteile an seiner Finanztochter doch noch billiger auf den Markt bringen als bisher geplant. Die Konsortialbanken unter Führung der US-Investmentbank Morgan Stanley und der Deutschen Bank hätten sie dazu gedrängt. Eine Sprecherin des Logistikkonzerns sagte dem Tagesspiegel: „Es hat sich nichts geändert.“ Die Frist für Preisänderungen sei abgelaufen. „Es bleibt so wie gehabt.“ Am Freitagabend um 18 Uhr endete die Zeichnungsfrist für die Postbank-Aktie.

Dabei steht noch nicht fest, ob die Papiere der Postbank tatsächlich wie bisher avisiert am komenden Montag ihr Börsendebut geben werden. Denn die professionellen Investoren wie Aktienfonds oder Investmentgesellschaften, die den Großteil der neuen Aktien kaufen sollen, ließen sich mit der Abgabe ihrer Kaufaufträge bis zur letzten Sekunde Zeit. Sollte das Interesse zu gering sein, schloss die Post nicht aus, dass der Börsengang am Wochenende abgesagt wird. Dies sei aber „nur eine theoretische Option“ hieß es.

Die Post wollte sich noch nicht zu den anstehenden Terminen äußern. Am Freitag sollte es keine Informationen dazu geben, wie viele Kaufaufträge abgeben worden seien. Zunächst werten die Konsortialbanken die Orderbücher aus und besprechen das Ergebnis am Wochenende mit den Vertretern der Post. Danach wird der Emissionspreis für die Postbank-Aktie festgelegt – oder die Absage beschlossen. Am kommenden Sonntag will der Konzern die Entscheidung bekannt geben.

Bei Beginn der Zeichnungsfrist vor knapp zwei Wochen war eine Preisspanne von 31,50 Euro bis 36,50 für die Postbank-Aktie festgelegt worden. So könnte die Post bis zu drei Milliarden Euro einnehmen. Im vorbörslichen so genannten Grauen Markt haben es die Papiere aber kaum über den Mindestpreis hinaus geschafft. Am Freitagnachmittag notierten sie sogar etwas darunter. Der Grund: Vor allem Investmentfonds, aber auch einige Konsortialbanken hatten die Preisvorstellungen der Post als überzogen kritisiert. Die wiederum betonte, ihre Tochter nicht unter Wert verkaufen zu wollen. Einige Fondsmanager kündigten aber an, die Aktie nur bei einem Kurs von unter 30 Euro zeichnen zu wollen. Von der Post wurden die Forderungen als „Pokerspiel“ bezeichnet. Es sei üblich, dass sich Fonds bis zur letzten Sekunde Zeit ließen.

Die Postbank ist der größte Börsengang am deutschen Finanzmarkt seit langem. Experten erhoffen sich dadurch eine Belebung des Markts für Neuemissionen. Aktionärsschützer kritisierten deshalb die öffentliche Auseinandersetzung über den Aktienpreis. Ein Scheitern des Börsengangs wäre schlecht für den Finanzmarkt Deutschland.

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