Der Tagesspiegel : WORAN ES HAKT Teure Forschung – kein Ergebnis

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Cargolifter verschlingt eine Unmenge Geld, verdient aber vorläufig keines. Kredite hat das Unternehmen nicht, weil es erst keine wollte und dann keine bekam. Das Kapital stammt von Aktionären und der öffentlichen Hand. Nur reicht es nicht: Von den geschätzten 720 Millionen Euro, die bis zur Serienreife der Luftschiffe gebraucht werden, fehlen 400 Millionen. Die Aktie stürzte in den vergangenen zwei Jahren von 23,80 auf knapp über einen Euro; die rund 70 000 Aktionäre hüten sich vor weiteren Investitionen.

Bester Beweis ist eine kürzlich aufgelegte Wandelanleihe: Die Aktionäre sollten Anteilsscheine zeichnen, um sie später in Firmenaktien zu tauschen. Statt der erhofften 50 Millionen brachte die Aktion nicht einmal vier Millionen Euro in die Kassen. Was als Exklusiv-Angebot bei den Aktionären floppte, wird seit einer Woche allen Investoren angeboten, aber zur Rettung des klammen Unternehmens wird es kaum reichen. Eine Bürgschaftszusage von Land und Bund liegt zwar schon seit 1999 vor, aber laut Förderbedingungen müssten Kreditinstitute 20 Prozent der Investitionssumme beisteuern. Weil keine Bank in das Projekt einsteigen will, kann die 35-Millionen-Euro-Bürgschaft nicht aktiviert werden. Eine neue Finanzspritze verweigern Bund und Land mit Hinweis auf die ungeklärte Gesamtfinanzierung. Auch wacht die EU mit scharfem Auge über die Gewährung staatlicher Hilfen. Und schließlich waren aus dem Bundeswirtschaftsministerium am vergangenen Mittwoch grundsätzliche Zweifel an der Machbarkeit des Projektes zu vernehmen. Auch mancher Luftfahrtexperte ist skeptisch, ob der Cargolifter jemals fliegen und seine Fracht sicher ans Ziel bringen wird.

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